Besprochen
The Whitest Boy Alive: Rules
Erlend Øyes Band The Whitest Boy Alive spielt auf ihrem zweiten Album RULES jazzy, funky Indiepop, der die kleinen Schatten an der Küchenwand tanzen lässt. Mit 75 Prozent mehr Fender Rhodes!

The Whitest Boy Alive: Rules (Bubbles/Groove Attack)
Einfacher hat es der fordernde, möglicherweise ja auch etwas zu ungeduldige Hörer des zweiten Albums von Erlend Øyes (Ex- Kings-Of-Convience) Band The Whitest Boy Alive, wenn er sich zuerst einmal darüber im Klaren ist, was diese nicht möchte: ihm was zum Beißen geben, ihn satt machen sogar. RULES ist, vielleicht noch mehr als das eine Prise forschere Debüt DREAMS (2006), die Petersilie am Tellerrand, der Kerzenschein, das Tanzen der kleinen Schatten an der Küchenwand. Oder, damit im Museum der latent schiefen Bilder nicht noch etwas von der Wand fällt: ein so beiläufiges wie bestimmtes „Ja“ auf die sonntagmittägliche Frage „Wollen wir nicht einfach hocken bleiben und noch einen Kaffee aufbrühen?“ - als Endlosloop: „Ja!“, „Ja!“, „Ja!“ etc.
Der dogmatische Minimalismus dieser dudelfrommen Kapelle – alles muss ohne Overdubs und Effekte am Stück aufgenommen werden – erfährt in der Integration des Keyboarders Daniel Nentwigs als festes viertes Mitglied zumindest eine klangliche Erweiterung. Mehr Synthesizerflächen, mehr quirliges Akkordtupfen auf dem immerschönen/ewigen Fender Rhodes Piano. Mehr House. Sitzhouse. Und mehr Jazz. Acid Jazz. Puh! ... Sag mal, was treibt der olle Büffelkopp Jay Kay Jamiroquai wohl gerade so? Am besten stellst du gleich noch einen Kaffee hin.
Oliver Götz - 18.03.2009
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