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Alt werden mit Rap

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Wir alle werden nicht jünger. Das gilt sogar im HipHop, der jugendlichsten aller großen Jugendkulturen. Dr. Dre ist im vergangenen Jahr 50 geworden, Chuck D, der ewige Rebell, 55, der Ur-DJ Kool Herc stolze 60. Auch Kanye West geht schon stramm auf die 40 zu, und Jay Z dürfte manchmal schon an seinen 50. Geburtstag denken. Und die letzten beiden sind keine schlappen Veteranen, sondern die einflussreichsten Rapmusiker der Gegenwart und damit sehr lebendige Gegenbeweise für die Theorie, wonach alle paar Jahre ein paar Kids auftauchen müssten, um die alten Säcke von der Bühne zu räumen. Das will so recht nicht mehr passieren. Stattdessen: ein makellos produziertes Comeback von Dr. Dre, samt filmischer Verdenkmalung des ehemaligen Bürgerschrecks. Ist Rap also der neue Rock ’n’ Roll, insofern als er nicht mehr Rock ’n’ Roll ist? Ist das nur gut für den Umsatz, oder auch schlecht für die Kunstform? Und warum klappt das mit dem Erwachsenwerden im HipHop hierzulande nicht so recht? Es lohnt sich ein Blick auf die Anfänge.

Die Gründungsgeschichte des HipHop in den USA nämlich ist, bei genauem Hinsehen, gar keine Erzählung vom Aufstand der Jungen. Die Blockpartys der Bronx waren keine Zusammenkünfte subversiver Halbwüchsiger, sondern eher Stadtteilfeste für Jung und Alt. Sie dienten nicht der Abgrenzung, sondern wirkten integrativ, auch ethnisch und nicht zuletzt musikalisch. Es lief die Musik der Eltern. Dass im Publikum auch böse Buben und zu allem bereite Bürgerrechtler waren, lag eher am New York der 70er-Jahre als an HipHop. Wenn Action im Park war, kamen eben alle. Dass heute der 46-jährige Multimillionär und Ehemann Jay Z ein Star der Jugend sein kann, liegt nicht zuletzt daran, dass für den jungen Jay James Brown der heiße Scheiß war.

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