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Ausprobiert: Diese App soll den Klang Eures Smartphones verbessern

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Das Berliner Startup Mimi hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Klangqualität Euer Smartphones zu verbessern. Möglich machen wollen sie das durch das App-Duo „Mimi Test“ und „Mimi Music“ – einem Hörtest und einer Musik-App, die den Klang Eurer mp3s auf Basis des Hörtests so modifiziert, dass Ihr sie besser und klarer hören könnt. Hörschwächen, die jeder Mensch mit zunehmendem Alter entwickelt, sollen mit dem verbesserten Klang ausgeglichen und das Hörerlebnis deutlich verbessert werden.

Ob das tatsächlich funktioniert, haben wir für Euch ausprobiert:

Bevor man mit dem Musikhören starten kann, muss man zunächst einen Hörtest absolvieren. Dazu installiert man die App „Mimi Test“ auf seinem Smartphone. Die App beschallt einen mit unterschiedlichen Testfrequenzen, die man dem linken oder rechten Ohr zuordnen muss, sobald man sie hört. Die App bietet einen kurzen Hörtest (ca. 5 Minuten) und einslack_for_ios_upload_720-1en ausführlichen, langen Hörtest (ca. 15 Minuten). Nach absolvieren des Tests teilt Euch die App das individuelle Höralter mit und erstellt ein Hörprofil auf Basis dessen die Musik in der „Mimi Music“-App an Eure Hörbedürfnisse angepasst wird.

Nachdem die Ergebnisse des Hörtests an die „Mimi Music“-App übertragen sind, kann das Musikhören beginnen und der Klang Eures Smartphones modifiziert werden. „Mimi Music“ kann dabei auf sämtliche auf Eurem Handy gespeicherte Musik zurückgreifen – gestreamte Musik via Spotify oder Deezer beherrscht die App noch nicht.

„Mimi Music“ erlaubt Euch einen fließenden Übergang zwischen dem originalen Track und der „mimifizierten“ Variante. Was sofort auffällt: Schiebt man den Regler vom originalen Track hin zur „mimifizierten“ Version, scheint sich das Klangbild zu öffnen – Höhen werden präsenter, der Track erscheint lauter. Für ausproduziertere Musik funktioniert das gut: Chvrches‘ „Strong Hand“ klingt brillanter und detailreicher. Das Original erscheint im A-B-Vergleich fast dumpf und ungenau. Allerdings geht diese Behandlung des Klangs auf Kosten der Mitten, die deutlich zurück gehen und die Musik verliert so an Druck. Auch Stücke wie The Cures „Just Like Heaven“ profitieren von der App, die unterm Strich klingt, als schraube sie beim Equalizer an den Mitten und Höhen – nur eben auf Basis eines Hörtests.

Bewegt man sich mslack_for_ios_upload_720usikalisch dann eher in die Richtung Lo-Fi kann die App weniger überzeugen: Musik wie „Speedway King“ von Dirty Beaches lebt vom einem extrem verwaschenen und diffusen Sound – die App schafft es zwar auch hier mehr Details heraus zu kitzeln, scheint damit aber schon fast gegen die Intention des Künstlers zu arbeiten. Auch für samplelastige Musik ist „Mimi Music“ weniger geeignet: Bei Kanye Wests „Bound 2“ wird das Knistern des Sample-Tracks „Bound“ der Ponderosa Twins Plus One fast störend multipliziert.

Das App-Duo „Mimi Test“ und „Mimi Music“ ist ein spannender Versuch, den Klang der verlustbehafteten mp3s zu verbessern und an das individuelle Ohr anzupassen – das funktioniert teilweise überraschend gut, aber je nach Musik kann es das Hörerlebnis auch verschlechtern. Und ein bisschen wirkt die Klang-Behandlung, als könne man dasselbe Ergebnis auch mit einer geschickten Hand am Equalizer selbst erreichen – wenn man es denn möchte.

Wenn Ihr die „Mimi Music“- und „Mimi Test“-App selbst ausprobieren wollt: Alle Links findet Ihr auf der offiziellen Seite.

Testgeräte: iPhone 6 und AKG K545-Kopfhörer.

 


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