Konzertbericht

Bilderbuch in Berlin: Funkel, Glanz und Arnim von den Beatsteaks


Ein Donnerstagabend für Halunken und Verbrecher, böse Mädels und böse Buben, für tanzbegeisterte und den Luxus liebende Berliner und offenbar auch ein Abend für die Beatsteaks.

Großes Gedränge, Unruhe, Spannung. Der Vorhang verabschiedet sich und gibt die Sicht auf der Bühne frei. Das Gold glitzert und funkelt. Und blendet. Blondschopf Maurice Ernst hat sich mal wieder in Schale geworfen. Dieses Mal ist es ein Anzug geworden, ganz in Gold. Maximale Extravaganz.

Die Band heißt das Publikum am 10. Dezember 2015 in der Berliner Columbiahalle willkommen im Dschungel. An einem realitätsfernen Ort aus bunten Lichtern, Seifenblasen und wilden Tanzeinlagen. An einem Ort, an dem Rauschgift und Gras erlaubt sind. Wo es „Na“ heißt und nicht „Nein“.

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Ja: Die Wiener Buben von Bilderbuch wissen zu begeistern. Wenn die Band um Sänger Maurice ihre heiß geliebten Songs vom diesjährigen Erfolgsalbum SCHICK SCHOCK anstimmt, bedienen sie sich weit mehrerer Instrumente als nur Gitarre und Schlagzeug. Humor, Charme und ein unwiderstehlicher Hüftschwung spielen ebenso entscheidende Rollen auf dieser Bühne. Nach anfänglichem Kreischalarm bei den jungen weiblichen Fans, zieht das gesamte Publikum mit. Einfach nur Herumstehen ist hier keine Alternative. Zu gut gelaunt und zu mitreißend ist dieser in gold getauchte Charmeur von Sänger. Maurice weiß es jeden Song fachgerecht zu verkaufen. Vor „Spliff“ fahndet er nach den Kriminellen im Publikum, den bösen Mädels und Buben, die sich offen dem Marihuana-Konsum hingeben. „Gigolo“ wird eingeläutet mit hilfreichen Tipps, wie man sich am morgigen Tag beim Chef zu verantworten habe, nachdem man eine wilde Nacht mit Bilderbuch verbracht hat und eine Gehaltskürzung droht – einfach „Naaaa“ sagen. [artistxite] Doch damit hatte keiner gerechnet: Bei „Plansch“ sind die Fans nicht die einzigen, die fleißig mitsingen. Denn plötzlich steht Arnim, seines Zeichens Berliner und Sänger der Beatsteaks auf der Bühne und drückt dem Song seinen ganz eigenen Stempel auf. Das Publikum kann sein Glück kaum fassen.

hallelujaBERLINdanke danke#schickschock #bibu15#beatsteaks

Posted by Bilderbuch on Freitag, 11. Dezember 2015

Langsam und genüsslich streift sich Maurice Ernst daraufhin Autohandschuhe über und alle wissen Bescheid. Die aus allen Nähten platzende Columbiahalle stimmt „Maschin“ an und zeigt sich absolut textsicher. Es flattern BHs, Oberteile und zum Missfallen der Band auch Socken und Bierbecher auf die Bühne. Es gibt aber nichts, was diese Jungs aus der Fassung bringen könnte. Maurice lässt es sich denn auch nicht nehmen einen Spaziergang durchs Publikum wagen. Hinterher entschuldigt er sich, den Weg auf die obere Tribüne nicht gefunden zu haben. Laut Bilderbuch ist es das größte Konzert ihrer Deutschland-Tournee. Als Dankeschön spielen sie zwar keine Zugabe, dafür aber eine nahezu zweistündige Show, bei der keine Wünsche offen bleiben.

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