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Dank „Making A Murderer“ werden jetzt sogar Anwälte zu Popstars

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Bevor Dean Strang und Jerry Buting 2005 die Verteidigung eines gewissen Steven Avery übernahmen, dürften sie, bei allem Respekt, ziemlich gesichtlose Anwälte gewesen sein. Ihre Bekanntheit änderte sich schlagartig und doch erst zehn Jahre später – nämlich an dem Zeitpunkt, als Netflix die zehnteilige True-Crime-Dokumentation „Making A Murderer“ veröffentlichte. Darin wird der schier unglaubliche Fall Averys minutiös dokumentiert – von seiner ersten 18-jährigen (!) Haftstrafe wegen einer angeblichen Vergewaltigung, die er nachweislich nie begang, über den Mord an Teresa Halbach, den Avery zwei Jahre nach seiner Freilassung begangen haben soll und die Jury ihn trotz sehr dünner Beweislage für schuldig erklärte. Buting und Strang machen sich in „Making A Murderer“ dadurch einen Namen, dass sie Avery nicht nur die Verteidigung aufbauten, die er verdient (Stichwort: Unschuldsvermutung), sondern dabei kaum Zweifel ließen, dass jemand Avery den Mord in die Schuhe schieben wollte. Leider waren ihre angeführten Beweismittel nicht eindeutig genug: Steven Avery sitzt seit 2007 wieder im Gefängnis.

Seitdem der Streamingdienst Netflix „Making A Murderer“ am 18. Dezember 2015 ausstrahlte – die Serie ist weiterhin im Stream zu sehen -, ist viel passiert: Zuschauer spekulieren weltweit in Foren, auf Reddit und in Facebook-Gruppen darüber, wie sich der Mordfall Teresa Halbach wirklich zugetragen haben könnte und wer dahintersteckt. Sie sammeln Indizien und Verschwörungstheorien, und auch verschiedene Protagonisten des Falls haben sich öffentlich zu Wort gemeldet. Unter anderem die durch ihre Auftritte in „Making A Murderer“ so beliebt gewordenen Anwälte Strang und Buting. Vor ein paar Wochen etwa erklärte Buting noch, dass er seine plötzliche Bekanntheit etwas befremdlich fände. Jetzt hat er sich offenbar daran gewöhnt.

https://www.youtube.com/watch?v=uF8o_5vloZc

Unter dem Namen „A Conversation On Justice“ gehen Buting und Strang zwischen April und August auf ausgedehnte Tour durch Nordamerika – fast wie richtige Popstars. Auf ihren Live-Terminen wollen die Anwälte über den Fall Steven Avery sprechen und über dessen Auswirkungen auf das amerikanische Justizsystem. Darüber soll mit den Zuschauern diskutiert werden, direkte Fragen an Strang und Buting sollen ebenfalls möglich sein.

Mindestens für Fans von „Making A Murderer“ dürften diese Auftritte durchaus spannend werden, weil in den kommenden Wochen wie auch immer geartete Neuigkeiten über den Fall Avery ans Licht kommen könnten. Steven Averys aktuelle Anwältin Kathleen Zellner will angeblich vor Gericht erklären, wen sie für die wahren Schuldigen hält und welche neuen Beweise sie dafür und für die Unschuld ihres Mandaten gesammelt hat. Seit Wochen fährt sie jedenfalls eine Twitter-Taktik, in der sie neue Erkenntnisse vage ankündigt und damit diejenigen, denen sie zur Last gelegt werden könnten, schwer unter Druck setzt. True Crime at its best, sozusagen.

https://twitter.com/ZellnerLaw/status/705039279202897920?lang=de

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