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Das Vinyl- ABC

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Die Schallplatte. Ein Anachronismus aus dem letzten Jahrhundert. Unpraktisch, unflexibel, und wenn sie einen Kratzer bekommt, springt sie. Und doch sorgen immer mehr Musikhörer dafür, dass sie seit einiger Zeit ein ungeahntes Comeback hinlegt. Kürzlich wurde bekannt gegeben, dass Technics seinen klassichen Plattenspieler, den SL-1200, wieder auf den Markt bringt und generell boomt der Verkauf von Allem, was man zum Hören von Platten so braucht. Deswegen gibt es von uns für Euch nun ein kleines großes Vinyl-ABC, damit Ihr beim nächsten Smalltalk im Plattenladen Eures Vertrauens ordentlich punkten könnt. Bitte sehr.

Beatjuggling

Kurze Abschnitte auf zwei Platten werden so umarrangiert, dass ein neuer Rhythmus entsteht. Der DJ moduliert die Takte der Stücke durch Vor- und Zurückdrehen und Ein- und Ausblenden über den Crossfader zum neuen Beat. Erfunden wurde die Technik in den 70ern von HipHop-Pionier Kool DJ Herc. Nicht zu verwechseln mit dem „Beatmatching“: Der DJ synchronisiert die Beats zweier Platten, um einen glatten Übergang zwischen den Stücken hinzubekommen.

Downloadcode

Wer Musik auf Vinyl kauft, wird seit Mitte der Nullerjahre in 80 Prozent der Fälle zusätzlich mit einem Zeichencode belohnt, mit dem er die Musik online in digitaler Form herunterladen kann. Oftmals liegt aber auch eine CD bei – das ist tatsächlich billiger als die Produktion der Codes.

Dubplate

Spezielle Schallplatten, die für DJs als Einzelstück oder in sehr geringer Stückzahl hergestellt werden. Neue Musik kann so sehr schnell am Club-Publikum getestet werden. Früher wurden sie aus einer kurzlebigen, dünnen Acetat- beschichteten Aluminiumplatte hergestellt, heute auch aus Vinyl. Im Reggae haben Dubplates einen Sonderstatus: Für die Soundsystems werden darauf eigene Versionen bekannter Stücke eingesungen.

Expedit

Das Regalsystem von Ikea ist das Lieblingsstück vieler Plattensammler, weil die Fächer die perfekten Maße haben: 33 mal 33 Zentimeter. Als die schwedische Möbelkette 2014 das Regal aus dem Sortiment nehmen wollte, brachen im Netz erbitterte „Rettet Expedit“-Aufschreie los. Mittlerweile gibt es das Nachfolger-Modell Kallax – mit denselben Innenmaßen.

Goldene Schallplatte

Diese Auszeichnung für sehr viele verkaufte Platten erhielt erstmals Glenn Miller 1942 – damals als Protzgeste seines Labels. Ab 1958 führte die RIAA (Recording Industry Association Of America) für die Auszeichnung offizielle Vergabekriterien ein. In Deutschland bekommen Musiker die güldenen Scheiben seit 1975 vom Verband der deutschen Musikindustrie. Der Begriff hat sich in Zeiten von MP3 und Streaming gehalten.

Inner Groove Distortion

Verzerrungen, die in den letzten Minuten einer Platte auf- tauchen können. Da eine Schallplatte mit konstanter Geschwindigkeit läuft, ihr Um- fang nach innen aber abnimmt, muss „mehr Musik pro Zentimeter Rille“ untergebracht werden. Dadurch ist der Sound nahe der Auslaufrille immer schlechter als zu Beginn einer Seite. Wenn die Nadel nicht mehr alle feinen Auslenkungen im hochfrequenten Bereich auslesen kann, kann es zu solchen Verzerrungen kommen.

Mint

Ein Begriff zur Qualitätsbewertung gebrauchter Platten, für die das amerikanische Goldmine Magazin den „Goldmine Standard“ festgelegt hat. Diesem zufolge ist „Mint“ – eigentlich: cool, frisch, ungestempelt – eine absolut perfekte Platte, die niemals (!) abgespielt wurde und möglicherweise noch versiegelt ist.

Nipper

Name des Terrier-Mischlings, der in einen Grammophontrichter der Stimme seines Herrchen lauschend als Markenzeichen von His Master’s Voice und später weiterer Labels berühmt wurde. Der Maler Francis Barraud hatte den Hund zuerst vor einem Edison-Phonographen sitzend gemalt. Als er dafür keinen Abnehmer fand, ersetzte er das Gerät durch ein Grammophon und verkaufte es 1899 an Emil Berliner, der später seine Firma nach dem Bildtitel umbenannte.

Pathéphone

Plattenspieler der französischen Firma Pathé, die vor dem Ersten Weltkrieg den Weltmarkt für Schellackplatten dominierte. Die Rillen der Platten liefen hier von innen nach außen und konnten nicht mit einer Nadel, sondern wegen der verwendeten Tiefenschrift (siehe Wachswalzen) nur mit einem Saphirkopf abgespielt werden.

Schellack

Stoff, aus dem von 1895 bis 1958 (in Deutschland) Schallplatten gemacht wurden. Das Material wird aus Gummilack hergestellt. Dieser wiederum stammt von den Ausscheidungen der Lackschildlaus (siehe Bild) und wurde vor allem in Süd- und Südostasien gewonnen. Um ein Kilogramm Schellack zu ernten, benötigt man rund 300 000 Lackschildläuse.

Slipmat

Unerlässliches DJ-Tool: Die Rutschmatte besteht aus Filz oder Neopren und verringert die Reibung einer aufliegenden Schallplatte auf dem sich drehenden Plattenteller. So vereinfacht man das Bewegen der Platte mit der Hand, beim Scratchen, Beatjuggling oder Backspin.

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