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Gutes Grummeln am Geburtstag: So waren die [PIAS]Nites im Postbahnhof Berlin

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Nachdem wir einen beschwerlichen Weg durch den Schnee genommen haben, kommen wir mit etwas Verspätung zu [PIAS]Nites, der Jubiläumsfeier des britischen Labels Pias Recordings zum 30. Geburtstag.

Leider haben wir deswegen den Auftritt der irischen Künstlerin Lisa Hannigan verpasst, und man versichert uns, dass Lisa Hannigans Konzert „wonderful and sad“ gewesen sei.

Aber wir sind immerhin rechtzeitig zu Andy Burrows‘ Auftritt da. Es ist gar nicht so voll wie erwartet, im Berliner Postbahnhof. Burrows‘ Stimme klingt kuschelig warm über den klöppelnden Drums, und er hat sein Bühnen-Equipment extra mit Lichterketten dekoriert, so dass die Schneewehen schnell vergessen sind.

„Andy! Andy!“, ruft ein Zuschauer aufgeregt, „ich möchte gerne mit dir singen!“ Well, and I’d like to sing a song with Keith Richards“, sagt Andy Burrows trocken. Da wird der Typ richtig sauer und fängt an, herumzuschimpfen. Burrows stimmt derweil eine  a-capella-Version von Bing Crosbys „White Christmas“ mit seinen Bandmitgliedern an. Einen Schnaps bitte.

„Graue Häuser, graue Straßen überall, ihr könnt mich mal. Graue Menschen, graues Licht, graue Gedanken…“ singt Gisbert zu Knyphausen auf der Bühne nebenenan. Noch einen Schnaps. Die Barkeeperin informiert uns darüber, dass „alle Männer scheiße sind“, und ihre Kollegin hinter dem Zapfhan nickt eifrig. Wir bedanken uns höflich für den O-Ton und bestellen uns noch ein Bier im VIP-Raum.

Mit rot gerauchten Augen stehen dann ein paar Zuschauer bei dem nächsten Konzert des Briten Ghostpoet, der ein fantastisches Set spielt, beziehungsweise rappt. Ghostpoet und seine Band schaffen eine spielerische Symbiose aus elaborierten Beats, Hip-Hop und wabernden Synth-Flächen. Obwohl es der innovativste Künstler an diesem Abends ist, ist das Interesse beim Publikum recht verhalten.

Bei I Am Kloot, dem letzten Act des Abends, ist es dafür wieder richtig voll vor der Bühne, viele britische Gäste sind auch extra seinetwegen gekommen. Ein schöner Auftritt der drei Engländer bildet den gelungenen Abschluss an einen etwas seltsamen Abend – aus Weihnachtsstimmung, schimpfenden Fans, launischen Barkeeperinnen und einem großartigen Ghost Poet.

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