James Brown


Greateat Hits! (1991)

11 Ob“.The Godfather Of Soul“, „Mr. Dynamite“ oder „Soul Brother Number 1“ — um das Phänomen James Brown zu beschreiben, hagelte es in den letzten dreißig Jahren zahllose Superlative. Als Bühnen-Berserker, der in vielstündigen Shows auch das letzte bißchen Energie aus sich herausquetschte und sein Publikum schon mit einem einzigen Song in kollektive Hysterie zu versetzen vermochte, ist er stets unerreicht geblieben. Allein schon wegen seiner quantitativen Bühnen-Präsenz (in guten Zeiten spielte er knapp 300 Gigs pro Jahr) ist es ausnahmsweise mal keine Brown’sehe Großmkuligkeit. wenn er sich selbst als „The hardest working man in showbusiness“ bezeichnet. Aus den rund 90 bis heute veröffentlichten Alben (inklusive Kopplungen, ohne Bootlegs) eines herauszugreifen ist nahezu unmöglich. Sei es die „Live At The Apollo“-Trilogie. das atemberaubende „Christmas Album“ oder der legendäre Blaxploitation-Soundtrack „Black Caesar“: Der Fundus epochaler Werke ist schier unerschöpflich. Bleibt als (Not-) Wahl die Entscheidung für die ’91er Zusammenstellung „20 All Time Greatest Hits“, auf der James Brown von seiner ersten Chart-Granate „Please, Please, Please“ bis zu ewig aktuellen Klassikern des Soul wie „Sex Machine“, „Papa’s Got A Brand New Bag“ oder „It’s A Man’s Man’s World“ nichts ausläßt. Diese Kopplung ist sicher der komprimierteste Spitzen-Brown, den es je gab und zugleich der beste Tip für Neueinsteiger in die Hit-Welt des Sängers. Emphatisch schreit, keucht und predigt er sich hier durch zwanzig Tracks, bis jede heimische Stereoanlage um Gnade fleht. In diesem Jahr feierte er seinen 60. Geburtstag — wenn auch nicht öffentlich (über sein wahres Geburtsdatum macht er bis heute ein großes Geheimnis). Auch wenn James Brown inzwischen auf Platte und Bühne nur noch einen lauen Aufguß ehemaliger Genialität und Performance-Kraft zu bieten vermag, bleibt er doch nicht nur für seine treuen Anhänger bis heute der bedeutendste schwarze Sänger aller Zeiten.