Farewell 2012

50 Jahre "Love Me Do": Das Jubiläum der Beatles

MITMACHEN UND TÄGLICH GEWINNEN! Der Jahresrückblick mit täglicher Gewinnchance! Heute mit den Beatles.

MITMACHEN UND TÄGLICH GEWINNEN!

Hier wird das Musikjahr 2012 ausgezählt! Der Jahresrückblick mit täglicher Gewinnchance!

Elvis war der King. Seine Musiker hingegen spielten nur in Nebenrollen. So funktionierte das Pop-Business noch Anfang der 60er-Jahre – bis die Beatles kamen. Auch wenn John Lennon und Paul McCartney den Ton angaben, war erstmals die komplette Band der Star, Entscheidungen wurden mehr oder minder demokratisch gefällt. Etwa jene, mit einer weiteren Pop-Tradition zu brechen: Statt sich Stücke von Musikverlagen liefern zu lassen, geschrieben von professionellen Songwritern und ausgewählt vom mächtigen Produzenten, bestimmten die Beatles von Anfang an selbst, welches Material gespielt wurde. Einziges Kriterium war der persönliche Geschmack, gecovert wurden zunächst R&B und Rock’n’Roll aus den USA. Weit schwerwiegender: Lennon und McCartney, etwas später auch George Harrison, griffen selbst zur Feder und hebelten die starren Hierarchien des Musikgeschäfts damit vollends aus. Gerade im klassenbewussten England, wo Liederschreiben – von ein paar Folkies abgesehen – als Domäne ausgebildeter Komponisten und Textdichter galt, war der Do-It-Yourself-Ansatz dieser vier Kids aus der Arbeiter- und Mittelschicht eine kleine Revolution. Die Geschichte der Popband, die ihre Songs selbst schreibt, beginnt genau: hier.

Sie machten Pop britisch

Bis zu den Beatles spielte das Verregnete Königreich im weltweiten Musikgeschäft keine allzu große Rolle. Die lokalen Märkte kultivierten ihre eigenen Musikstile und Stars, die einzigen globalen Pop-Trends kamen aus den USA – im Rest der Welt zumeist aufbereitet für das heimische Publikum. Mit den Beatles emanzipierte sich Britannien nicht nur von der US-Dominanz, sondern übernahm für ein paar Jahre sogar die weltweite Führung im Popgeschäft – künstlerisch wie kommerziell. „Englishness“ an sich war plötzlich ein Pop-Exportartikel erster Güte. Ob The Buckinghams (USA), The Lords (Deutschland West) oder Die Butlers (Deutschland Ost): Der englische Touch war Mitte der 60er ein Muss. Auf der Insel wuchs mit dem schier unglaublichen Erfolg der Beatles das Selbstbewusstsein, die Szene explodierte förmlich, gewann schnell an Profil und bereicherte die Welt fortan noch häufiger mit eigenständigen Pop-Spielarten. Seltsam nur: Während der Beat auch in den USA noch bestens funktioniert hatte, blieben spätere, typisch englische Stilübungen wie Glamrock, New Romantic oder der Britpop der 90er meist europäische Phänomene. Dennoch: Dass England heute – je nach Sichtweise – als große bis größte Popnation betrachtet werden kann, hat seinen Ursprung bei den Beatles.

Sie schufen Tausende von neuen Bands

Belegt ist, dass Anfang des 20. Jahrhunderts bereits der Tenor Enrico Caruso für Massenhysterie gesorgt hatte, doch um 1960 war vorübergehend Schluss mit lustig. Elvis ging zur Armee, der Rock’n’Roll verkam zur Schlagerware, neue Idole waren nicht in Sicht. Die Beatles kamen also genau zur rechten Zeit – und präsentierten sich von Anfang an als perfekte Rollenmodelle. Kreischende Mädchen und Nachwuchs-Rebellen konnten sich gleichermaßen ihren Lieblings-Beatle aussuchen. Als die Beatlemania 1964 durchstartete, gab es kein Halten mehr: Wer, überspitzt gesagt, ein wenig Gitarre spielte und einen Drummer kannte, der schmiss Schule und Ausbildung, ließ sich die Haare wachsen und gründete eine Beatband. Einen mit allen Wassern gewaschenen Showbiz-Profi wie Elvis zu kopieren, konnte lächerlich wirken, doch diese vier bodenständigen, scheinbar unkomplizierten und offensichtlich witzigen Gesellen verkörperten eine gewisse Leichtigkeit – es schien gar nicht so schwer zu sein, die Welt (und jede Menge Mädchenherzen) mit selbstgeschriebenen Songs zu erobern.

Ein Trugschluss, gewiss. Aber einer, der den weltweiten Verkauf von E-Gitarren und Drumsets derart befeuerte, dass manche Hersteller kaum noch mit der Produktion hinterherkamen. Und der dazu führte, dass Plattenfirmen ihren Talentscouts kräftig in den Hintern traten, gefälligst die „neuen Beatles“ zu entdecken – was bekanntlich bis heute nicht gelungen ist. Pop als Massenphänomen, das Heerscharen von Musikern dazu brachte, es selbst zu versuchen und damit ganze Industriezweige aufblühen ließ, begann mit dieser Band.



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