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Musikexpress 02/12: Die „Platten des Monats“ in gebundener Form. Band 2: 1973-1989

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Nachdem wir in der Januar-Ausgabe des Musikexpress den ersten Band “ Platten des Monats: 1990-2009“ veröffentlichten, werfen wir mit dem zweiten Band „Platten des Monats: 1973-1989″ den weiten Blick zurück – fast bis zum Entstehungsjahr des Musikexpress, der 1969 gegründet wurde.

Hier seht ihr einen ersten Auszug aus Band 2 „Platten des Monats: 1973-1989″ –  eine Platte, die schon damals als „zündendes Vermächtnis“ Musikgeschichte schrieb:

Aus dem Jahre 1987: The Smiths – „Strangeways, Here We Come“

Der Zeitpunkt hätte nicht ungünstiger gewählt werden können. Rechtzeitig zum Erscheinen der neuen LP kündigte Smiths-Gitarrist Johnny Marr seinen Austritt an. Dabei ist STRANGEWAYS das beste, zumindest das eingängigste Album, das die Smiths je gemacht haben. Ein schöner Abschied.

Kurze Vorbemerkung zu den Smiths und der Lage der Popmusik: Die nicht abreißende Beliebtheit, der sich die Smiths seit längerer Zeit erfreuen, ist nur zu erklären angesichts all der lärmenden und synthetischen HipHop-Metal-und-Funk-Pop-Disco-Töne, die sich mit ihrer Überladenheit und Aggressivität als eine Art kunterbunter Sound-Zirkus in den Hitparaden behaupten können. „Burn down the Disco/ Hang the DJ/ Cause the music that they constantly play/ It says nothing to me about my life“, hieß es denn auch treffend in „ Panic“, dem letzten großen Hit der Smiths.

Puritanisch bewahren die Smiths das Bild einer Beat-Formation, die ohne die Elemente Show & Glamour ganz traditionell und konventionell ihr Handwerk beherrscht. Und dieses Handwerk heißt Beat-Musik und hat seine ideellen und musikalischen Vorbilder bei den Beatles und Rolling Stones. Noch konkreter: bei den Alben RUBBER SOUL und LET IT BLEED.

STRANGEWAYS, HERE WE COME ist nun also die letzte Smiths-LP, die Morrissey (Gesang) und Johnny Marr (Gitarre) zusammen herausgebracht haben, beide gehen von nun an getrennte Wege. Mit einem soften Boogie, der sich ganz sanft vom Ballroom-Piano hinüber- schlängelt zum Shanty-Akkordeon, eröffnen die Smiths ihr Werk. Nach diesem Titel, „A Rush And A Push And The Land Is Ours“, kommt ein melodiöser Pop-Rocker, der mit Bläsern kunstvoll angereichert wurde: „I Started Something I Couldn’t Finish“. Dann wird es sentimental und melancholisch: „Love, peace and harmony/ Very nice/ Maybe in the next world!“ haucht Morrissey sarkastisch und wehmütig zugleich heraus – in der malerischen Psycho-Ballade „ Death Of A Disco Dancer“, die in einem orgiastischen/orchestralen Zusammenprall der Instrumente endet. „Girlfriend In A Coma“, die ausgekoppelte Single, schließt sich lückenlos mit ihren seichten Streicher-Passagen an.

Eine spartanische Klavierpassage leitet die mitternächtliche Ballade ein, die Seite zwei eröffnet: „Last Night I Dreamt That Somebody Loved Me“. Lieblich und süß intoniert die Band gleich danach den lockeren Beat-Shuffle „Unhappy Birthday“, bei dem Marr seine akustische Gitarre zum Auslauf bringt. Das glorreiche Finale bestreitet ein Gute-Nacht-Lied: Während Banjo-verwandte Gitarren ihre verträumten Runden ziehen, haucht Morrissey zerbrechlich und stark zugleich den Songtitel ins Mikrofon: „I Won’t Share You“. Mit diesem Album ist den Smiths ein zündendes Vermächtnis gelungen! (Harald InHülsen)

 

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