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Verschwinden lassen, Flauschigkeit und Magie - die Alben der Woche vom 8.-14. Oktober

Die Alben der Woche: mit Daphni, Ben Harper und Bob Mould.

Album der Woche: Daphni - Jiaolong

Afro-Funk-House: Die Musik von Dan Snaith als Caribou wurde immer tanzbarer. Um aber endgültig den Club zu bedienen, musste ein neuer Name her. Ein kleiner Sprung von der psychedelischen Folktronica des Vorgänger-Albums Andorra war schon damals festzustellen. Den Gedanken des Dancefloors, die Magie, die er ausstrahlt und die Geschichten, die er schreibt, fand Dan Snaith auf Swim aber immer noch nicht. Er experimentierte, er remixte, er editierte. Er nannte sich Daphni, gründete sein eigenes Label Jialong, zerschnibbelte uralte afrikanische Funk-Musik und Disco-Klassiker, ließ den Beat gerade sein, drehte am Bass und simplifizierte seine Musik, ohne auch nur im Geringsten seine Handschrift unkenntlich zu machen. Sein Auftrag: Die Momente schaffen, für die man eigentlich in Clubs geht. Um überrascht zu werden. Um Samplefetzen mit dem Telefon aufzunehmen,  damit man am nächsten Morgen nach der Quelle suchen kann. Um Tanzmusik aus der reinen Funktionalität herauszuholen. Das, was ein normales Caribou-Konzert nicht kann, weil die Setlists so oder so keinen großen Spielraum für Variationen haben.

Christopher Hunold

Brokof - Side By Side

 

 

Burgess, Tim - Oh No I Love You (Original & Remixes)

 

Fagen, Donald - Sunken Condos

 

Gallagher's High Flying Birds -  Noel International Magic - Live At The O2

 

Harper, Ben - By My Side

 

Lytle, Jason - Department Of Dissapearance

Man sollte ja eigentlich nicht so viel geben auf die Titel von Alben, ihre Bedeutung und ihren Bezug zu der Musik, die darauf enthalten ist. Aber Dept. Of Disappearance heißt anscheinend nicht umsonst so. Auf seinem neuen Solowerk eröffnet der ehemalige Frontmann von Grandaddy gleich im ersten Song, dass er für die Abteilung für Verschwindens-Angelegenheiten arbeitet. Sein Spezialgebiet scheint allerdings das Verschwindenlassen von Songs zu sein: Denn allzu viele eingängige Melodien versinken hier in einer seltsam undefinierten Flauschigkeit aus zahnlosen Gitarren, schnurrenden Synthesizern und verhallten Stimmen. Selbst, wenn ein Gong das „Matterhorn“ erschüttert, dringt das kaum durch die dicken Lagen aus Watte. Und „Get Up And Go“ wartet zwar mit einem Down-To-The-Floor-Beat und einem Bläsersatz auf, aber auch mit der Intensität eines Schlafliedes. Mould, Bob - The Silver Age Bob Mould hat sehr viel richtig gemacht in seinem Musikerleben, aber trotzdem lief einiges falsch. Das trifft auch auf Silver Age zu, ein gutes und vitales Indie-Rock-Album, das sich aber wie aus der Zeit gefallen anhört. Unter diesem Aspekt dürfte es für die Rockgeschichte also völlig irrelevant sein. Egal, der Gitarrist und Sänger – der am 16. Oktober 52 Jahre alt wird – ist trotz seines Heldenstatus schon lange keiner mehr, dem die jungen Musikhörer zulaufen. Auch Silver Age wird wohl keinen Run auslösen, dazu dockt der dichte, lärmende Gitarrensound der schnellen und harten Songs zu sehr an die späten Achtziger und frühen Neunziger an – eine Zeit, in der Mould dem immens einflussreichen und dennoch nur bedingt erfolgreichen Hardcore-Punk-Trio Hüsker Dü angehörte, der sich eine kommerzielle Hochphase mit seiner von 1992 bis 1995 existierenden Band Sugar anschloss.

Thomas Winkler

 

Mould, Bob - The Silver Age 

Bob Mould hat sehr viel richtig gemacht in seinem Musikerleben, aber trotzdem lief einiges falsch. Das trifft auch auf Silver Age zu, ein gutes und vitales Indie-Rock-Album, das sich aber wie aus der Zeit gefallen anhört.

Unter diesem Aspekt dürfte es für die Rockgeschichte also völlig irrelevant sein. Egal, der Gitarrist und Sänger – der am 16. Oktober 52 Jahre alt wird – ist trotz seines Heldenstatus schon lange keiner mehr, dem die jungen Musikhörer zulaufen. Auch Silver Age wird wohl keinen Run auslösen, dazu dockt der dichte, lärmende Gitarrensound der schnellen und harten Songs zu sehr an die späten Achtziger und frühen Neunziger an – eine Zeit, in der Mould dem immens einflussreichen und dennoch nur bedingt erfolgreichen Hardcore-Punk-Trio Hüsker Dü angehörte, der sich eine kommerzielle Hochphase mit seiner von 1992 bis 1995 existierenden Band Sugar anschloss.

Sven Niechziol

 

Miles, Ron "Quiver" feat. Bill Frisell & Brian Blade

 

Ultravox - Brilliant

 

 

Nas – I'm Living

 

West & Jay-Z – Kanye The Throne 2



Jason Lytle 2 Stars

Dept. Of Disappearance

Abteilung für Songverschwindens-Angelegenheiten: Der ehemalige Grandaddy beweist, dass selbst Softrock zu soft sein kann.

Tags: Album 2012 / Dept. Of Disappearance / Jason Lytle

Bob Mould 4 Stars

Silver Age

Indie-Rock: Bob Mould beschwört erfolgreich die Geister seiner ehemaligen Band Hüsker Dü.

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