Ja, Panik, Marteria, Maximo Park – die Platten der Woche vom 31. Januar 2014


Diese Woche erscheinen unter anderem die Alben LIBERTATIA von Ja, Panik, ZUM GLÜCK IN DIE ZUKUNFT 2 von Marteria und TOO MUCH INFORMATION von Maximo Park. Alle weiteren Neuheiten findet Ihr im Text und in der Galerie.


Album der Woche: Ja, Panik – Libertatia

Es gab vorab einige Gerüchte über die Beschaffenheit des fünften Ja-Panik-Albums. Manche sagten, es würde unverschämt funky werden, andere sprachen von einem Doppelalbum, wiederum andere davon, dass es so beginnen würde, wie der Vorgänger DMD KIU LIDT endete, also mit einem 14-minütigen Brett. All das gehörte immer noch zur Spätrezeption des wuchtigen Vorgängers, die Wahrheit ist: Die Berliner haben zusammen mit Tobias Levin ein Album aufgenommen, das sich mit unter 40 Minuten Spielzeit knapp hält, eher Pop als Rock ist und gelegentlich an Aztec Camera, Lloyd Cole, Blurs „Beetlebum“ und Tocotronic zu TOCOTRONIC-Zeiten erinnert…

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Maximo Park – TOO MUCH INFORMATION

TOO MUCH INFORMATION, das fünfte Album der Briten Maxïmo Park, folgt ungewöhnlich schnell auf den gefloppten Vorgänger THE NATIONAL HEALTH (2012) und scheint dabei alles abzugrasen, was die Jungs sich dort verkniffen haben: Man scheint aus vergangenen Fehlern gelernt zu haben, eingesehen zu haben, nicht auf Teufel komm raus ein neues „Books From Boxes“ erschaffen zu können. TOO MUCH INFORMATION ist im Gegensatz zum Vorgänger verspielter, komplexer, effektreicher ausgefallen…

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Marteria – ZUM GLÜCK IN DIE ZUKUNFT 2

ZUM GLÜCK IN DIE ZUKUNFT brachte einst Aufbruchsstimmung ins Genre und schuf neue Maßstäbe für Qualität in Text und Beat. Gleichzeitig war die Platte die Blaupause für die mittlerweile offensiv gepflegte Offenheit in der Szene: Drums aus der Zukunft trafen auf Melodien aus dem Herzen und Texte aus dem Leben. Das hat Spuren hinterlassen – und gleichzeitig einen neuen Mainstream des angepassten Andersseins geschaffen, der so gewiss nicht intendiert war.

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Young Fathers – DEAD

Platten wie diese können eigentlich nur bei zwei Labels erscheinen, Anticon und Big Dada, die in Los Angeles und London zuständig sind für advanced HipHop. DEAD, das erste Fulltime-Album der Young Fathers nach den EPs „Tape 1“ und „Tape 2“ wird nun passenderweise in Kooperation von Anticon und Big Dada veröffentlicht…

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Broken Bells – AFTER THE DISCO

Es hat sich richtiggehend Empörung breitgemacht bei der Meute da draußen, als bekannt wurde, worauf der Indie-Star und der Super-Produzent für die erste Single „Holding On For Life“ vom neuen Broken-Bells-Album gekommen sind. Auf einen Refrain mit Falsettstimmen, die an die Bee Gees und die Scissor Sisters erinnern, die ja auch gerne an die Bee Gees erinnern…

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Dum Dum Girls – TOO TRUE

Die süßeste Versuchung, seit die Garage als Kreativstandort entdeckt wurde, sind zweifellos die Dum Dum Girls. So knusprig produziert und zugleich schön schmalzig wie auf TOO TRUE klang die US-amerikanische Band aber bislang noch nicht. Das liegt auch daran, dass Dee Dee Penny und ihre Mitstreiterinnen nicht den Fehler begehen, jeden Song durch einen bis zum Anschlag aufgedrehten Verstärker zu jagen…

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Desiree Klaeukens – WENN DIE NACHT DEN TAG VERDECKT

Um einfach mal so, aber keineswegs zusammenhangslos ein Musterbeispiel für die Schönheit des Beiläufigen zu geben, reicht ein kurzer Blick auf einen Facebook-Post von Desiree Klaeukens. Eintrag vom 8. Oktober 2013: „Für alle, die es noch nicht wussten: Manchmal hebe ich fremde, hingefallene Fahrräder auf und überhaupt.“ Beweisfoto? Ist selbstverständlich vorhanden…

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Chrysta Bell – THIS TRAIN

Man hört sanftes Rascheln, über das sich geschmeidig insistierender Keyboardklang ausbreitet. Ganz so, als ginge es darum, dem Anblick von Nebelschwaden ein Geräusch zu geben. Auf diesem sparsamen Fundament genießt die Hauptattraktion alle Freiheiten. Chrysta Bell ist eine Frau aus Texas mit Model-Vergangenheit, aus der David Lynch eine Sängerin gemacht hat, in der alles steckt, was man seit den Tagen von „Blue Velvet“ und „Twin Peaks“ kennt: eine Kombination aus Sinnlichkeit, Mysterium, erotischer Ausstrahlung, Melancholie und träumerischen Zügen…

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