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Paradise Cities und Armeen aus sieben Nationen

Slash begeistert - aber nur mit den Songs seiner alten Band. Und One Republic treten ins Festival-Fettnäpfchen

Wenn man am Freitag nachmittag vor Fremdscham am liebsten in seiner Festival-Liege versinken wollte, so es wie dem Schreiber dieser Zeilen und seinem Kollegen Daniel Koch vom "Rolling Stone" passierte, dann kann das gut sein, dass es beim Rock-am-Ring-Auftritt der US-Rockband One Republic geschah. Emo-Musik mit Gefühlen so klebrig und pappig wie aus dem amerikanischen Schnellrestaurant. McMusik. Kann man ja bestimmt gut beim Joggen in Venice Beach hören.Am Ende ihres Sets gab es dann noch mit einer seltsamen Collage aus Coverversionen noch den Versuch zumindest ein wenig mehr Begeisterung zu entfachen. Auf Ben E. Kings "Stand by Me" folgte "Seven Nation Army" von den White Stripes. Klar, der "Army"-Song, jetzt schon ein Klassiker, und bald ist ja auch WM. Wir wollen eure Hände sehen! Wenn's schon die eigenen Songs nicht ganz so bringen.Über Slash würde man ja gerne etwas Gutes schreiben. Fällt zur Zeit nicht so leicht. Liegt an der Live-Umsetzung seines Soloalbums "Slash". Für das engagierte der wortkarge Gitarrist als Toursänger Myles Kennedy. Kann man machen. Der Qualitätsuterschied zwischen den live gespielten Guns N' Roses-Stücken und dem Eigenmaterial ist aber einfach zu groß. "Nighttrain", "Sweet Child O' Mine" und "Paradise City" sind Giganten von Songs. Slash Solo-Nummern waren heute die Filler. Es hilft auch nicht unbedingt, wenn Gastvokalist Kennedy, der in seiner Erscheinung irgendwo zwischen Anthony Kiedis und Iggy Pop wenigstens eine interessante Präsenz zeigte, für die Guns N'Roses-Stücke den Gesang Axl Roses fast bis in alle Nuancen imitierte.Slash und Axl, das ist das Paar, das sich wieder finden muss. Sie wissen es nur noch nicht. Und so lange Slash auf der Bühne noch seine Veitstänze macht und die Gitarre beim Kniedeln schön senkrecht hält, so wie früher, besteht noch Hoffnung. Für den späten Nachmittag - war das okay.

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