Alben
Jason Collett
Reckon
Hohe Singer/Songwriter-Kunst aus den Ingredienzen Folk, Country und Pop auf dem sechsten Soloalbum des Mannes aus Toronto.
Foto:
Arts & Crafts/Rough Trade
Jason Collett "Reckon"
Gibt es so etwas wie ein kanadisches Songwriter-Gen? Die Frage
klingt erst mal blöd, ist aber so abwegig nicht: Lieder, die
besoffen sind vor Melodienseligkeit; Lieder, die vergehen vor
Melancholie; Lieder, die von der Ferne träumen, gerade so, als
würden sie auf silbernen Schwingen über endlose Prärien schweben.
Und die Namen dazu lauten: Neil Young. Bruce Cockburn. Gordon
Lightfoot. Arcade Fire. Und Jason Collett. Jener Jason Collett, der
einst bei dem Allstar-Kollektiv Broken Social Scene (mit unter
vielen anderen Leslie Feist, Emily Haines und Amy Millan) und
später als Solokünstler aufhorchen ließ und nun mit Reckon sein
neues sechstes Soloalbum vorlegt:
15 Songs, kaum einer länger als zweieinhalb bis drei Minuten, viele davon berückend schöne Folk- und Country-Miniaturen zur Akustikgitarre – mit gelegentlichen Ausreißern in Richtung Tanzbarkeit (das fast schon funkige „You’re Not The One And Only Lonely One“, das ska-informierte „I Wanna Rob A Bank“) –, gerne auch mal in fein ziselierten Streicher-Arrangements schwelgend und allemal dazu angetan, dem Hörer/der Hörerin ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Als Dreingabe zu Reckon gibt’s eine Essential Cuts betitelte Bonus-CD mit elf Songs aus den früheren Alben von Jason Collett. Schöne Idee, dito Musik. Für alle Fans der oben genannten kanadischen Musiker sehr geeignet.