Diverse – Saturday Night Fever: 30th Anniversary Edition

Der ultimative Albenseller der Disco-Ära mit weltweit über 30 Millionen verkauften Einheiten war gleichzeitig der Soundtrack zum nicht minder erfolgreichen Film „Saturday Night Fever“. Der basierte ironischerweise auf einem sarkastischen Artikel von Kultautor Nik Cohn, der 1975 unterdem Titel „Tribal Rites Of The New Saturday Night“ erschien. Hauptdarsteller John Travolta, erst wenige Monate zuvor aus der US-Sitcom „Welcome Back, Kotter“ ausgeschieden, brachte es binnen kurzer Zeit zum international umworbenen Teenidol. Fürdie Bee Gees, die mit sechs zum Teil eigens dafür komponierten Tracks auf dem Doppel-Longplayervertreten waren, bedeutete der unerwartete Erfolg des Streifens einen glanzvollen zweiten Karrierefrühling. Gelenkt von RSO-Managerund Bee-Gees-Entdecker Robert Stigwood, der klarmachte, wiedurch die Kombination der Segmente Musik und Kino Gewinne potenziert werden können – denn nicht nur das Doppel-Vinyl platzierte sich in den internationalen Charts, sondern auch zehn Single-Auskopplungen. In derganzen Money-Making-Machine-Hysterie übersehen wurde, dass die ein wenig zur Tristesse neigende Story um den jungen, tanzbegeisterten Tony Mareno und seine Freunde aus Brooklyn eine durchaus sozialkritische Bestandsaufnahme amerikanischer Jugendlicher der Mittsiebziger war. Was den Genre-Klassiker auch noch nach drei Dekaden auszeichnet, nämlich auf witzig-ironische Weise zu unterhalten, gelingt auch dem in der 30th Anniversary Edition vorliegenden Soundtrack Saturday Night Fever. Das Prädikat „zeitlos“ lässt sich nicht nur den eigens produzierten Tracks „Stayin‘ Alive“, „How Deep Is Your Love“, „More Than A Woman“und „You Should Be Dancin'“ attestieren, sondern gilt auch für „Jive Talkin'“ und den nahtlos einpassenden Titelsong des 75er Werks Night Fever. Im gleichen stilistischen Kontext bewegt sich das ebenfalls von Barry, Maurice und Robin Gibb komponierte „If I Can’t Have You“von Yvonne Elliman, Ex-Maria Magdalena der Rock-Oper „Jesus Christ Superstar“ und zeitweise Begleitstimme von Eric Claptons Tourband. Völlig eigene Akzente setzt das Vokal-Ensemble Tavares mit der etwas anderen Version von „More Than A Woman“. Jede noch so lahme Party in Schwung bringen „Boogie Shoe“ von KC & The Sunshine Band,“Open Sesame“ von Kool & The Gang, „K-Jee“ von M.F.S.B, und das zehnminütige „Disco Inferno“ von The Trammps. Einzig Walter Murphys Klassik-Adaption „A Fifth Of Beethoven“ fällt aus dem Qualitätsrahmen-es klingt dann doch etwas zu sehr nach „Stars On 45“.

www.rhino.com