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Das Feuchte und das Schmutzige

Das Buch „Das Feuchte und das Schmutzige“ widmet sich europäischen Beschimpfungen und offenbart einiges über die vulgären Vorlieben der Deutschen.

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Das Feuchte und das Schmutzige (C.H. Beck)

Es geht nur um Bruchteile von Sekunden. Und trotzdem schafft es der Großteil der Menschheit, in diesen wenigen Augenblicken, Affekt und Tabu gegeneinander abzuwägen und statt mit der Faust doch nur mit Worten zuzuschlagen. Im Französischen, Italienischen, Portugiesischen oder Spanischen wird in solchen Momenten dann viel „gevögelt“ – Mütter oder Schwestern beispielsweise, im Altägyptischen sollte das sogar von einem Esel verrichtet werden – während sich das Deutsche meist metaphorisch mit den Ausscheidungsorganen behilft.

Mit intellektuellem Scharfsinn, viel Witz, kulturgeschichtlichen und philosophischen Aspekten, mit Referenzen an große Literatur und Anekdoten aus dem Alltag widmet sich der Freiburger Romanist Hans-Martin Gauger in seinem kürzlich erschienenen Buch „Das Feuchte und das Schmutzige. Kleine Linguistik der vulgären Sprache“ den kulturellen Unterschieden des Beschimpfens in Europa. Und dem „deutschen Sonderweg“. Denn hier wird am liebsten anal gezetert  – „Arschloch“, „beschissen“ und „Leck mich“ in all seinen Anwendungsformen sind jedem wohl vertraut – während sich die romanischen Sprachen und auch das Englische, Niederländische, Russische und Türkische eben mit Sex behelfen. Zwar kommt Gauger – ganz der Wissenschaft verpflichtet – zu keiner eindeutigen Erklärung, glaubt aber, der Grund dafür könnte in der Korrektheit und Eindeutigkeit der deutschen Sprache liegen. Das heißt: beschimpft, beleidigt und geflucht sollte nur mit solchen Dingen werden, die unbestritten negativ konnotiert sind.

Ein Buch wie ein amüsanter Spaziergang durch Europas Gassen, mit dem Unterschied, dass man bei Gauger jedes noch so feuchte und schmutzige Detail versteht.



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