11 Fakten über Morrissey


1 Er ist in der King’s Road aufgewachsen. Allerdings nicht in der berühmten Londoner Pop-Hauptstraße, sondern in der unglamouröseren Version in Manchester (Hausnummer 384]. Geboren ist Steven Patrick Morrissey am 22. Mai 1959 im Park Hospital in Davyhulme westlich von Manchester. Heute lebt er (meistens] in Los Angeles l.Das kann man nicht verfehlen: ungefähr 9.000 Meilen westlich von Rawtenstoll.

2 Er trat in die Fußstapfen seines Voters. Der war Krankenpfleger, und auch der Sohn übte diesen Beruf kurze Zeit aus. Außerdem war er Amtsdiener und Plattenverkäufer – und mit 18 Präsident des Fanclubs der New York Dolls, über die er ein Buch verfasste. Seine Mutter war Bibliothekarin, was vielleicht den Lesehunger ihres Sohnes erklärt.

3 Er hat einen gewissen Hang zu gewalttätigen Sportarten. Sein sechstes Soloalbum [1995] nannte er SOUTHPAW GRAMMAR – ein „southpaw“ ist ein „Rechtsausleger“, d.h. ein Boxer, der „verkehrt“ steht: In der Grundstellung schiebt er das rechte Bein nach vorn; die rechte ist die Führhand, die linke die harte Schlaghand. In den USA gelten „southpaws“ (ursprünglich: Linkshänder im Baseball] als „Stinker“, weil ihr Stil defensiv und sperrig ist – und damit Morrisseys Image nicht unähnlich. Die Tournee vor dem Album, dessen Cover ein Bild des Boxers Kenny Lane zierte, trug den Titel der Single „Boxers“. Auf seine Tambourine, die er ins Publikum warf, schrieb Morrissey [der stilgerecht mit geschminkten „Narben“ auftrat] den Namen des Fußballers Eric Cantona (Manchester United], der 1995 für neun Monate gesperrt wurde, weil er einen pöbelnden Zuschauer mit einem Fußtritt ausgeknockt hatte.

4 Er wurde als Kind misshandelt. Und zwar von den ™Lehrern der St. Marys School in Stretford, die den 15jährigen, wie er spater sagte, „emotional sodomisierten“. Doch hatte das Leben auch seine schönen Seiten: „Ich habe mal eine halbe Stunde lang nicht geweint.“

5 Er ist irgendwie ein Skinhead. Eines von Morrisseys Lieblingsthemen ist die Kultur und der Stolz der britischen Arbeiterklasse. Seine Attacken gegen Oberschicht und Politiker (vgl. den einer Ex-Premierministerin gewidmeten Song „Margaret On The Guillotine“] sind das Gegenstück zu seiner legendären Schüchternheit. Seine Laufbahn als Sänger begann er 1978 bei der Skin-Punkband Nosebleeds Ideren Gitarristen Vini Reilly er 1987 in seine Band holte] mit Songs wie „Fascist Pigs“. Englische Skinheads, ursprünglich alles andere als Rassisten, tauchen in vielen seiner Songs und Videos auf. Auf die Frage nach dem merkwürdigsten Gerücht über sich selbst antwortete Morrissey: „Dass ich ein Rassist sein soll. Das ist, als würde man behaupten, Tony Blair sei ein würdiger Premierminister. Für beides gibt es keinerlei Anhaltspunkt.“

6 Er hat eine Vorliebe für Pseudonyme. Das Presseinfo zu MALAD JUSTED [1997] verfasste er selbst unter dem Namen „Stoney Hando“ – ein Skinhead aus dem australischen Film „Romper Stomper“. In Hotels bucht er sich gerne unter dem Namen „Eddie Riff“ ein.

7 Seine Fans sind manchmal rabiat. 1987 zwang ein mit einer Pistole bewaffneter Morrissey-Verehrer einen Radiosender in Denver, zu musikpädagogischen Zwecken fünf Stunden lang Smiths-Songs zu spielen. Die Polizei überredete den selbsternannten Programmchef schließlich, sein Amt niederzulegen.

8 Er war als Solist nur einmal UK-Nummer-eins: im März 1994 mit dem Album VAUXHALL AND I. Auch die Smiths kamen einmalan die Spitze der UK-Charts: mit MEAT IS MURDER (Februar 1985]. Aber alle Morrissey- und Smiths-Alben erreichten die UK-Top-ten.

9 Er wechselt die Plattenfirmen wie andere Leute das Unterhemd. Seit dem Start seiner Solokarriere Anfang 1988 erschienen Morrissey-Platten auf folgenden Labels: EMI, Parlophone, HMV, Sire. RCAVictor, Capitol, Island und Attack. Sämtliche Platten der Smiths hatte das Independent-Label Rough Trade veröffentlicht.

10 Er steht mit beiden Beinen in der Gegenwart. Auf die Bitte, die letzten 15 Jahre in einem Wort zusammenzufassen, antwortete er 2001: „Hhmmppfff.“ Und auf die Frage, wie er sich in 15 Jahren sehe: „Ich sitze in einem Pub und sage: ‚Ich hätte Elvis sein können!'“ 11 Er kehrte 2004 nach Hause zurück. In den Earls Court in Manchester – zu hören bzw. zu sehen auf seinem zweiten Livealbum LIVE AT EARLS COURT und der DVD „Who Put The ,M‘ In Manchester“. Beide erscheinen im Frühjahr.

www.morrisseymusic.com