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Angeblicher Benefiz-Sampler mit Springsteen, Arcade Fire, Lady Gaga und Pearl Jam: Betrüger Kasey Anderson muss ins Gefängnis

Kasey Anderson kannte sie scheinbar alle. Bruce Springsteen, Arcade Fire, Pearl Jam, REM, Lady Gaga – sie alle gewann der Musiker aus Portland, an einem Benefiz-Album zugunsten der West Memphis Three teilzunehmen. Zumindest behauptete er das erfolgreich gegenüber diverser Investoren, die Anderson großzügige Vorschüsse zahlten, um später an der ach so exklusiven Compilation mitverdienen zu können.

Die Songs, die Anderson auf dem angeblichen Sampler namens TRAPPED LIKE A GHOST veröffentlichen wollte, hätten sich durchaus hören lassen können: So sei angeblich ein Duett zwischen Bruce Springsteen und Lady Gaga in der Mache gewesen („Bruce zahlt 1 Million US-Dollar wegen Verzug!“), außerdem ließ er seine Investoren bereits einen neuen Song vom Boss, den er gemeinsam mit Arcade Fire aufgenommen habe, hören – in Wahrheit spielte Anderson ihnen bloß ein Outtake aus den BORN IN THE U.S.A.-Sessions vor. Mehr noch: Neben dem Benefiz-Sampler wollte Anderson auch Benefiz-Konzerte auf die Beine stellen und so Spenden in Millionenhöhe sammeln. Die angeblich auftretenden Bands spielten in der gleichen Liga wie die auf dem Sampler.

Insgesamt sammelte Anderson so über 600.000 US-Dollar von über 30 Investoren ein. Was Anderson alles genau tat, damit es überhaupt soweit kommen konnte, hat unter anderem Pitchfork aufgelistet:

  • He told investors that Springsteen, Pearl Jam, R.E.M., and other artists would be on the album, and that profits would benefit the West Memphis Three Legal Defense Fund.
  • He also claimed there would be an associated concert series.
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  • He impersonated a Seattle tour manager and claimed to have „firm agreements“ with Tom Petty, Pearl Jam, and Johnny Depp.
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  • He told investors that a collaboration between Springsteen and Lady Gaga was forthcoming. When it didn’t surface, he told them that Springsteen agreed to pay $1 million for the delay.
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  • He played investors two older Springsteen songs—„Blood Brothers“ (1996) and „Don’t Back Down“ (an outtake from the Born in the U.S.A. sessions)—and told them they were new collaborations with Arcade Fire.
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  • He forged an email from the wife of one of the West Memphis defendants blaming Springsteen for delays in monetary assistance.
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  • He impersonated an entertainment industry attorney.
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  • He falsified bank records.
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Der erst mutmaßliche und nun verurteilte Betrüger muss jetzt mit vier Jahren Gefängnis rechnen, wie der Seattle Post-Intelligencer berichtet. Vor Gericht beschrieb Anderson sich selbst als psychisch krank und drogenabhängig und entschuldigte sich bei allen Geschädigten. Und auch wenn sein Betrug bei Weitem nicht die Ausmaße eines Steven Jay Russell erreicht – eine gute Geschichte hat er im Knast nun immerhin zu erzählen. Oder er denkt sich eine neue aus.



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