Placebo

Charakteristisch für den Klang von Placebo sind der hohe, nasale Gesang von Brian Molko, seine androgyne Erscheinung und die um einen Halbton erhöhte Gitarrenstimmung. Mit düsteren, rockigen Songs erspielten sich Placebo einen festen Platz auf dem internationalen Musikmarkt. Künstler wie David Bowie, Marilyn Manson und Michael Stipe (R.E.M.) sprachen sich offen als Fan von Placebo aus.

Brian Molko (Gesang, Gitarre, Keyboard) und Stefan Olsdal (Bass, Gitarre, Keyboard) trafen sich 1994 an einer U-Bahn-Station in London, woraufhin Molko seinen früheren Mitschüler zu seinem Konzert einlud. Olsdal zeigte sich angetan von der Musik, die sich vom gängigen Britpop abhob, und beide gründeten die Band „Ashtray Heart“, zu der kurz darauf Steve Hewitt (Schlagzeug) stieß. Weil sich Mitte der 1990er diverse Bands nach Drogen benannten, entschied sich das Trio, nun mit Schlagzeuger Robert Schultzberg an Bord, für den neuen Namen „Placebo“ – den Oberbegriff für Scheinarzneimittel.

Wegen seiner Begeisterung für Placebos Demo-Songs nahm David Bowie die Band noch vor Erscheinen des Debüts mit auf eine Tournee. Das selbstbetitelte erste Album (1996) erwies sich anschließend als äußerst erfolgreich: Die Single-Auskopplung „Nancy Boy“ stieg direkt auf Platz Vier der UK-Single-Charts und „Placebo“ erreichte Gold-Status.

Wieder mit Steve Hewitt im Team gingen Placebo als Support von U2 auf Tour und veröffentlichten im Oktober 1998 ihr zweites Album „Without You I’m Nothing“, das sich stilistisch stark vom Rock- und Punk-lastigen Vorläufer unterschied und vorwiegend düstere, melancholische Songs präsentierte. Die Single „Every You, Every Me“ entwickelte sich zu Placebos bislang erfolgreichster Auskopplung, vor allem auch weil sie Titelsong zum Soundtrack des populären Films „Eiskalte Engel“ war. Placebo machte dieser Erfolg schlagartig international bekannt.

Bis zum Herbst 1999 war das Trio durchgehend auf Tour und schuf in weniger als fünf Monaten „Black Market Music“ (2000), das zwar nach wie vor an düsteren Klängen festhielt, sich aber rockiger zeigte. Das Album stieg in mehreren Ländern in die Top Ten der Album-Charts. Der Nachfolger „Sleeping With Ghosts“ (2003) knüpfte daran an und erwies sich mit dem Song „The Bitter End“ als noch erfolgreicher. Es erschien eine Special Edition des Albums, die einige Cover-Songs der Band enthielt. Die populärsten sind „Where Is My Mind?“ (Pixies) und „Running Up That Hill“ (Kate Bush), die fest ins Tourprogramm integriert wurden.

„Meds“, Placebos fünftes Album, erschien nach einem ruhigeren Jahr im März 2006 und enthält Gastauftritte von Alison Mosshart (The Kills) und Michael Stipe (R.E.M.). Nach einer ausgiebigen Tour gelang Placebo 2009 mit „Battle For The Sun“ und dem neuen Drummer Steve Forrest wieder der Sprung an die Chartspitze. 2013 erschien ihr siebtes Album „Loud Like Love“.

Placebo haben wir außerdem gefunden in:

21.12.2020:  Stop me if you think that you've heard this one before! Nach wie vor allgegenwärtig: The-Smiths-Tribute-Alben beginnen sich zu stapeln. Hier eine Auswahl. in The Smiths: 7 Tribut-Alben, um sich an die guten alten Zeiten zu erinnern

19.11.2020:  In unserer Popkolumne präsentiert Linus Volkmann im Wechsel mit Paula „The Flash“ Irmschler die High- und Lowlights der Woche. Alle Augen liegen in diesen schwierigen Zeiten nun auf der Episode zur KW 47/2020. Ein verstörendes Lockdown-Bingo wechselt sich dort ab mit Tipps zu Handarbeiten und zum Schluss gibt es noch die allerletzten Töne von den Aeronauten aus der Schweiz. Alles riecht nach Untergang – und die neue Popwoche beregnet euch noch mal sanft mit dem Wasserwerfer. in Frühjahr oder November 2020: Welcher Lockdown ist der bessere? – Volkmanns Popwoche im Überblick

13.10.2020:  Anlässlich des 20. Geburtstages ihres Albums BLACK MARKET MUSIC gewährt die Band in einer Videoreihe besondere Einblicke zur Entstehung ihrer dritten Platte. in 20 Jahre BLACK MARKET MUSIC: Placebo veröffentlichen Video-Serie zum Jubiläum



Diese Schauspieler haben die meisten Twitter-Follower
Weiterlesen

3 Monate MUSIKEXPRESS nach Hause

Grafik Abo 3 Ausgaben für 9,95 €