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Highlight: Ich glaub‘ der singt vom Wald: 7 Songs, in denen es ums Klima geht

Interview

Blind Date mit den Wild Beasts: „Was, das ist Paul McCartney?!“

 

„Was singt er da über Fleisch?“

https://www.youtube.com/watch?v=nNq4uxrdACs

Der Mann
„Ich bin ein Mann“
Hayden: Was singt er da über „Fleisch“?
(Übersetzt:) „What I find disturbing about meat are the bones.“
Hayden: Guter Ansatz. Mag ich.
Tom: Es hört sich sehr minimal an. Auch etwas beunruhigend, wegen der Art und Weise, wie sich der Sänger ans Mikro klammert. Der Song klingt nach Club, aber irgendwie auch seltsam. Eigentlich möchte ich das nicht mit Kraftwerk vergleichen, weil wir Engländer das bei solcher Musik, zudem aus Deutschland, fast immer tun … aber es erinnert mich trotzdem daran.
Hayden: Auf mich wirkt er wie ein deutscher Robin Thicke. Clever. Was sagt er da über die Männerrolle … ?
Es geht darum, wie ermüdend es geworden sei, die Rolle der Männlichkeit zu besetzen.
Tom: Nachvollziehbar. Vom Mann wird viel abverlangt. Man muss stark sein, durchsetzungsstark, feinfühlig, freundlich …

The Kills
„Doing It
To Death“
Tom: Sind das The Kills? Ich war nie ein Fan, aber das neue Album finde ich richtig gut.
Jamie Hince hatte eine Handverletzung und konnte deshalb nicht mehr so Gitarre spielen, wie er es gewohnt war. Er füllte die Lücken mit den Sounds elektronischer Instrumente.
Hayden: Wow, das ist sehr inte­ressant. Das hat ihn offensichtlich besonders angespornt, neue Wege zu suchen, um sich auszudrücken.

Burzum
„Rundtgåing  Av Den Transcendentale Egenhetens Støtte“
Tom: Yeah, haha! … Burzum! Habe ich auf Vinyl. Das kam in den 90ern auf den Markt, bevor er ins Gefängnis musste und bekannt wurde, was für ein furchtbarer Mensch er ist.
Du hast dieses 25-minütige Ambientstück 2014 mit in einen „FACT“-Mix von euch gepackt, Tom …
Tom: Das stimmt. Im ersten Moment hört es sich für einen Indie-Musiker anmaßend an, wenn er einen Black-Metal-Titel mit in so eine Liste nimmt. Ein Genre, in dem es nur um Schmerz, Verderben und brennende Kirchen zu gehen scheint. Es gibt aber auch diesen Black-Ambient-Sound, den man heute überall hört. Das hat mit dem Ur-Genre kaum noch etwas zu tun. Das Stück wurde auf einem billigen Synthesizer aufgenommen, aber inmitten des ganzen kreativen Mahlstroms der Boshaftigkeit, der sich dabei entwickelte, ist das hier herausgekommen. Ein unglaublich erhebendes Stück, absolut einmalig.
Black Metal ist zu einem Nerd-Genre geworden, mit dem sich auch Nicht-Metaller beschäftigen. Könnt ihr das nachvollziehen?
Hayden: Tattoos, Bärte, angst­erregende Blicke, Musik, die nur für einen eingeschworenen Zirkel aufgenommen wurde. Natürlich hat das seine ganz
eigene Anziehungskraft.
Tom: In den USA gibt es diesen Black Metal von Liturgy oder Deafheaven, in dem dieser besondere Verbrüderungsgeist steckt. Es ist schon irre, zu beobachten, wie weit manche Leute in ihrer Kunst gehen. Aber da Black Metal an sich ein Puristen-Ding ist, ist es nicht so unsere Sache. Wild Beasts sind Mischlinge und Chamäleons!

„Das ist ein derart sexistischer Song. Dazu hat sich Macca einfach mal für ein paar Minuten dem Stil von Devo angepasst.“

Paul McCartney
„Temporary Secretary“
Hayden: Man mag es kaum glauben, aber das ist tatsächlich Paul McCartney.
Tom: Wie bitte?? Das hört sich ja total durchgedreht an.
Du hast 2015 davon eine Coverversion mit Darkstar aufgenommen, Hayden …
Hayden: Ja. Dabei ist das ein derart sexistischer Song. Der Früh-80er-McCartney verlangt nach einer „vorübergehenden Schreibkraft“. Diese Zeile hier ist unglaublich: „She can be a belly dancer, I don’t need a true romancer.“ Dazu hat sich Macca einfach mal für ein paar Minuten dem Stil von Devo angepasst. Darkstar haben bei ihrem Cover gute Arbeit geleistet. Dieser Song ist nämlich gar nicht so einfach zu arrangieren.



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