Ein Stammbaum voller Bands – Die Libertines waren erst der Anfang


Von den Drogenexzessen und Beziehungsdramen, mit denen Pete Doherty die Boulevardpresse beliefert, wird allzu leicht verdeckt, dass sich die Libertines als musikalische Keimzelle längst einen Platz in der Pophistorie gesichert haben. Doherty und Carl Barat waren Teil der Clique „The Dalston Set“, benannt nach ihrem Viertel in London, als sie die Band 1997gründeten. Auch wenn die Libertines in sieben Jahren gerade mal zwei Alben zustande bekamen, ist aus ihnen eine beachtliche Zahl neuer Formationen entstanden.

Barat heute: „Von Anfang an gab es einen starken Zusammenhalt, ein Gemeinschaftsgefühl mit anderen Bands. Und wir hatten sicherlich auch Glück, weil wir zu einer Zeit auftauchten, als es ein Vakuum gab, das wir auffüllen konnten.“ Nach dem Ende der Libertines gründeten nicht nur Doherty (Babyshambles) und Barät Bands. Libertines-Schlagzeuger Gary Powell spielt hauptberuflich mit Barät bei den Dirty Pretty Things, half aber 2004 auch bei den Comeback-Shows der New York Dolls aus. Bassist John Hassall gründete die Rockband Yeti, um Sixties-beeinflussten Psychedelic-Pop zu spielen. Steve Bedlow alias Scarborough Steve, der sowohl bei den Libertines als auch bei Babyshambles kurzeitig am Mikrofon stand, liegt mit The Cracksquirels zwischen Folk und Schweinerock.

Am kommerziell erfolgreichsten wurde der in den Anfangstagen als Aushilfsbassist tätige Johnny Borrell als Chef von Razorlight. Zudem spielt Barat mit Charlatans-Sänger Tim Burgess, Primal-Scream-Keyboarder Martin Duffy und Razorlight-Trommler Andy Burrowsin der Supergroup The Chavs, die im August ins Studio geht.