Einfach Rockmusik mit Linkin Park – oder The Jeremy Days


Ich bin Popper. Mein Lieblingssong ist momentan „Brand New Toy“ von The Jeremy Days aus dem Jahr 1988. Eine Freundin von mir war damals auf einem Konzert dieser Band auf der Burg Königstein im Taunus, im Alter von elf Jahren. Es war ihr erstes überhaupt, ich beneide sie sehr um diese Erfahrung. Ich finde, die Menschen sollten ohnehin viel mehr The Jeremy Days hören. Und, um endlich in den Themenplan dieser Kolumne reinzurutschen: „Brand New Toy“ wäre eine ziemlich gute Nummer eins gewesen, schaffte es aber nicht über den elften Platz der Single-Charts hinaus, das zugehörige Album verkaufte sich 150.000 Mal. Das entspricht in etwa der Einwohnerzahl Mönchengladbachs. Womöglich besitzt also jeder Einwohner der „grünen Großstadt am Niederrhein“ dieses The-Jeremy-Days-Album, aber sonst kein einziger Weltenbürger.

Die aktuelle Nummer eins der deutschen Album-Charts stammt von Linkin Park, einer Musikgruppe, die bisher 60 Millionen Alben verkaufte. Das entspricht in etwa der Einwohnerzahl Italiens. Ein kurzer Anruf bei zwei Italienern ergab: Beide nennen kein Album dieser Band ihr eigen. Vielleicht wird’s ja was mit THE HUNTING PARTY, es ist nämlich Folgendes festzustellen:

1) Das Gerappe, das sich aus dem Crossover Mitte der 90er-Jahre in den sogenannten Nu Metal rüberrettete und das das Genre so hoffnungslos albern machte, ist größtenteils verschwunden.

2) Einmal ist Page Hamilton von der Band Helmet zu hören, der soll sehr nett sein.

3) „War“ beginnt wie ein grundsolider Punkrock-Song.

4) Linkin Park waren immer schon sympathischer als Limp Bizkit, die andere große Band des Genres, die kürzlich gemeinsam mit dem Schauspieler Ben Becker („Otto – Der Katastrofenfilm“) vor einem Auftritt der Rockband Böhse Onkelz für Stimmung am Hockenheimring sorgte.

So, Auftrag erfüllt. Rockmusik gehört. War gar nicht so schlimm. Was ich noch sagen wollte: „Brand New Toy“ gibt es als Vinyl-Single für 63 Cent zu kaufen, da im Internet. Entschuldigen Sie bitte, dass ich da so drauf herumreite, aber es ist wirklich ein sehr gutes Stück Musik.

Diese Kolumne ist in der August-Ausgabe 2014 des Musikexpress erschienen.

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