Highlight: Diese fast vergessenen Songs feiern 2020 ihr 20. Jubiläum

Popkolumne, Folge 53

Gegen Eminem, The Strokes, Gwyneth Paltrow und Trump, für Finna, EA80 und Kaleo Sansaa: Die Popwoche im Überblick

Die Hamburger Rapperin Finna hat sich in dem neuen Video „Overscheiß“ mit dem Thema Body Positivity auseinandergesetzt. Dieses Thema ist zwar gerade ein Trend, doch die Alltagsrealität fühlt sich immer noch gar nicht mal so positiv an für all jene, die durchs schmale Raster normschöner Körper fallen. Für diese Kolumne hat sie mir drei Fragen dazu beantwortet.

Finna, was hat dich motiviert oder gar provoziert diesen Song zu schreiben?
FINNA: Hauptgrund war eigentlich meine Wut im fetten Bauch darüber, dass Leute andauernd meinen Körper kommentiert haben. Genau wie die Erfahrung, dass gegenseitiges Empowerment in der queeren feministischen Fat-Positive-Bewegung einfach wahnsinnig geholfen hat, sich wieder in die Vielfältigkeit von Körpern zu verlieben.

Du zeigst dich ja selbst nackt. Hattest du Angst vor den Reaktionen oder war es ein einziger Selbstermächtigungs-Rausch?
FINNA: Ich hatte eher generell einfach Schiss, was zu releasen und vor den Reaktionen, wenn ich mich auf meine Art ausdrücke. Was das Thema und auch meine Nacktheit als fette Person im Video angeht, wollte ich das von Anfang an komplett so, wie es jetzt ist – und da waren mir Kommentare in Bezug auf meinen Körper ziemlich egal. Hatte eher Angst vor politischer Kritik, dass man im D.I.Y.-Kontext schwer die wirkliche Vielfältigkeit von Körpern zeigen konnte.

Wie geht es weiter bei dir?
FINNA: Ich bin jetzt auf meiner ersten eigenen Tour mit eigener Show, so richtig mit Bühnenbild, Crew und allem was dazu gehört. Danach sehe ich weiter.

Finna Live:
20.02. Berlin – Monarch (mit Babsi Tollwut)
21.02. Leipzig – WERK2-Kulturfabrik (mit Sir Mantis)
06.03. Düsseldorf – FFT (mit Fe*Male Treasure)

SERIE DER WOCHE: THE GOOP LAB

Der offizielle Trailer, den ich hier auch anhänge, lässt ganz leicht die Stimmung zu dieser neuen Netflix-Produktion ablesen: 2200 Likes auf 24.000 Dislikes.

Doch lasst mich anders beginnen. Als Gwyneth Paltrow seinerzeit von Chris Martins Coldplay verlassen wurde, waren meine Sympathien zumindest klar verteilt. Sie lagen natürlich bei ihr und daher konnte ich mir auch einigermaßen unvoreingenommen diese sechs Folgen New-Age-Gehubere mit Selbstversuchen ansehen. In einem übercleanen Setting, das mitunter an die dystopischen Szenarien aus „Black Mirror“ erinnert, werden Grenzerfahrungen dokumentiert – unterfüttert von reichlich Küchenpsychologie und moderater Esoterik. Paltrow als eine Art Günter Wallraff der Selbsterfahrungs- und Heilstein-Szene.



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