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Das asoziale Netzwerk

Facebook selbst nimmt das Problem billigend in Kauf. Gemäß seiner US-Policy geht Zuckerbergs Monstrum streng, konsequent und innerhalb weniger Stunden gegen nackte Haut und Busenblitzer vor, Rassismus aber wird kaum Einhalt geboten. „Der gemeldete Kommentar widerspricht nicht unseren Gemeinsschaftsstandards“, lautet häufig die Standardantwort, wenn man mal wieder versucht, eindeutig braune Parolen, Bilder oder Seiten zu melden. Unter Hashtags wie #NippelstattHetze wurde sich über Facebook lustig gemacht – auf Facebook, weil die kritische Masse des eigenen Umfelds und Gleichinteressierter ebenda unterwegs ist.

Wie es weitergeht? Im September traf sich Bundesjustizminister Heiko Maas mit Facebook-Vertretern und forderte ein strengeres Vorgehen gegen Volksverhetzung. Von einer „Taskforce“ war die Rede. Klingt erst einmal gut, nach Chefsache. Bei einer Veranstaltung der Vereinten Nationen unterstrich Bundeskanzlerin Angela Merkel diese Notwendigkeit gegenüber Facebook-CEO Mark Zuckerberg. Ja, daran müsse man arbeiten, meinte der. Spiegel online meldet im November, dass bereits im ersten Halbjahr 2015 deutlich mehr Einträge wegen Hasskommentaren und Gewaltverherrlichungen oder, wie Facebook selbst in einem Report ausweist, nach Anfragen von Strafvollzugsbehörden oder wegen lokaler Gesetzgebung gelöscht wurden. Auch sei die weltweite Nachfrage von Justizbehörden nach Nutzerdaten sprunghaft gestiegen. Zudem leitete die Staatsanwaltschaft Hamburg eine Ermittlung gegen Facebooks Nordeuropachef ein. Der Vorwurf: Beihilfe zur Volksverhetzung.

 



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