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Fantasien, Dystopien und Jena: die Alben der Woche

von

Album der Woche – Bloc Party: Four

Die Welt braucht eine ganze Menge, u.a. ein Bloc-Party-Album, das mal wieder nach Bloc Party klingt. Eine Band, die endlich wieder darauf besteht, eine zu sein. Four wird dennoch auch denen vor den Kopf stoßen, die sich zwar eine Abkehr von den (misslungenen) Experimenten wünschten, aber lieber eine „ auf-Nummer-sicher“-Platte hätten, denn „anders“ ist auch dieses Album. Alex Newport, der Alben von At The Drive-In und The Mars Volta produzierte, verpasste der Platte einen rauen Sound, der überhaupt keinen Platz mehr für glattgestrichene Extras aus der Plug-in-Kiste hat. „Coliseum“, dieser langsam anfangende Wüstenklopfer, der nach anfänglich bedächtigem Ritt nach einer Minute vom Pferd getreten wird und über die Hilfsbereitschaft des Schmerzes informiert („pain is hopeful, pain is holy“), ist neben dem zugegebenermaßen gewöhnungs­bedürftigen Nu-Metal-Verwandten „ Kettling“ repräsentativ für die hier nicht gerade spärlich vorhandene Abteilung Attacke. Songs wie „V.A.L.I.S.“ und „Octopus“ demonstrieren dagegen die klassische Seite Bloc Partys, die solche zackigen Ohrwürmer wohl wie kaum eine andere Band aus der Hüfte schießt. Auch ihr größtes Steckenpferd, die Ballade, gelingt noch so gut wie vor acht Jahren. Beweisstück A: „Real Talk“, Beweisstück B: „The Healing“. Beides Songs, die sich vor den großen Schatten von „So Here We Are“ und „Blue Light“ nicht zu fürchten haben, aber nicht so klingen müssen, um zu begeis­tern. Alles anders. (Fast) alles wunderbar. Christopher Hunold

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C

Cherry, Don – Organic Music Society

D

Deacon, Dan – America

 

Dear, Matthew – Beams

Von amourösen Fantasien angestachelt, wird der amerikanische Produzent lockerer und sein Avantgarde-Elektro-Pop noch viel besser. Reden wir nicht lange herum. Sprechen wir es aus. Sagen wir doch einfach, dass dieser Matthew Dear einer der besten Musiker ist, den man sich ins Haus holen kann. Das gilt nicht nur, wenn man Fan elektronischer Musik ist. Matthew Dear ist auf dem Gebiet des (Minimal-)Techno groß geworden, hat diesen Ursprungspunkt aber längst hinter sich gelassen. „It’s alright to be some­one else sometimes“, lässt er in „Earthforms“ noch einmal zur Sicherheit wissen. Verschroben, verschachtelt, verwoben. Der Mann ist überragend. Besorgen Sie sich ein Date mit ihm. Thomas Weiland

 

G

Get Well Soon – The Scarlett Beast O’Seven Heads

 

Gonzales, Chilly – Solo Piano II

H

Herre, Max – Hallo Welt!

Max Herre findet zurück zum Rap – und vor allem endlich zu sich selbst. Herre, unterstützt von Kollegen wie Marteria, Cro und Samy Deluxe von Schuldenbergen und Klimawandel, von Konsumwahn und Ausbeutung, von Dystopien und dem Holocaust. Ganz allerdings lässt er das Singen nicht, weist aber den Refrain oft einem Gaststar zu, darunter nicht nur Patrice, Philipp Poisel und Clueso, sondern auch die internationalen Größen Sophie Hunger und Aloe Blacc. Man sieht also: Allerhand los. Aber Herre ist mithilfe der vielen Gäs­te nicht nur sein bisher bestes Album gelungen, sondern trotz der vielen Gäste vor allem ein Album, in dem er geschickt seine eigenen Stärken herausarbeitet.
Thomas Winkler

 

K

Kid Koppenhausen – „I“

 

Kilians – Lines You Should Not Cross

 

Kweller, Ben – Go Fly A Kite

Hübsche Rocksongs mit Klavier und/oder mal leicht angezerrter, mal akustischer Gitarre. Es geht um allerhand Unzulänglichkeiten, deren Ursachen vor allem im zwischenmenschlichen Bereich liegen, die aber immer angemessen selbstironisch betrachtet werden. Nachzuhören etwa in „Out The Door“ mit seinen süßen Uuh-Chören und im breit angelegten „The Rainbow“, in dem das „Girl with too many wrongs“ besungen wird. Mit dem möchte man auch mal am Swimmingpool rumhängen. Also mit Kweller, nicht dem Mädchen. Jochen Overbeck

O

Of Monsters And Men – My Head Is An Animal

S

Spears, Britney – Oops! I Did It Again – The Best Of

 

Stone, Joss – The Soul Session Vol. II

 

W

Wild Nothing – Nocturne



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