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Blackout Tuesday
Highlight: 2000-2015: Die 50 besten Alben des neuen Jahrtausends

Interview & Feature

Wir haben versucht, mit Franz Ferdinand über ihren Neuanfang zu sprechen: „Fick den Typen! Fick die Siebziger!“

Die Indie-Disco, wo diese Songs liefen, ist in den letzten Jahren in eine mittelschlimme Krise gerutscht. Der Sound einer Generation ist zu Weißt-du-noch-Musik für Schmerbäuche geworden, die sich eigentlich nicht mehr für Musik interessieren. Franz Ferdinand war das egal, sie nahmen zuletzt 2015 unter dem Projektnamen FFS gemeinsam mit den Pop-Wunderlingen Sparks eine recht gute Platte auf, die das beste beider Welten kombinierte.

Nun haben sie sich also personell neu aufgestellt. Nick McCarthy ist raus. Dino Bardot bedient zukünftig die Gitarre, er spielte vor einigen Jahren bei den 1990s. Wichtiger: Mit Julian Corrie ist ein Musiker dazugekommen, der mehr als nur ein Ersatz ist, der mit seinem Instrumentenpark und einem sehr zeitgenössischen Soundverständnis, das sich eher auf verschiedene Elektronik-Spielarten bezieht – nun, die Band nicht neu erfindet, ihr auch keinen Richtungwechsel mitgibt. „Er ist ein menschliches Arpeggio. All das, was im Dance normalerweise programmiert wird, spielt er einfach live“, sagt Kapranos. Tatsächlich sorgt er – wie auch Produzent und French-House-Pionier Phiippe Zdar – dafür, dass man dem jetzt erschienenen ALWAYS ASCENDING, ein eingängiges, aber auch überraschendes Album, die sechs bis acht Monate Proben, die vor dem Aufnahmeprozess standen, durchaus anhört.

Corrie kam auf beste Empfehlung aus der Glasgower Szene zu Franz Ferdinand: Stuart Braithwaite von Mogwai sowie Paul Savage und Stewart Henderson von den Delgados brachten den Schlaks unabhängig voneinander ins Spiel. Gemeinsam ging man auf ein Curry, ein paar Tage später stand die neue Band. Für Corrie ist das Agieren auf großen Bühnen etwas völlig Neues, bisher fand er eher im Club-Kontext statt: „Mit meiner eigenen Musik versuche ich, Strukturen eher zu zerstören. Mich mit ihren Rändern zu beschäftigen. Aber ich liebe seit jeher die Idee von Pop. Darüber sprachen wir. Und bemerkten bald, dass wir klarkommen würden“, sagt Julian. Man glaubt das, vor allem, weil Corrie es sagt. Es ist ziemlich selten bei einem Pop-Interview, dass einem Neuzugang genauso viel Redezeit eingeräumt wird wie einem Gründungsmitglied.



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