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Zum 40. Todestag von Ian Curtis: Joy Divisions Vermächtnis

Aber nicht die graue Schraffur. Und ganz gewiss nicht Farbenfreude. Das beginnt bei den ikonischen Covers der Alben: Das schwarze – Unknown Pleasures von 1979. Das weiße – Closer von 1980. Es setzt sich fort in den bekanntesten Fotos der Band, die die vier jungen Männer stets in Schwarz-Weiß zeigen. Es manifestiert sich auch ganz implizit in den Texten und Liedern, die von dunklen Seelen erzählen, von Schattenspielen und Isolation. Joy Division ist eine Band der kurzen Wege und einfachen Bilder, klarer Strukturen und deutlicher Bilder. Aber sie ist – und das hat sie mit guten Schwarz-Weiß-Filmen gemein – nie simpel, sondern entwickelt gerade aus ihrer Klarheit eine Komplexität, die sich unweigerlich einbrennt, je mehr man sich mit ihr beschäftigt. Das Schwarz, das Weiß. Und dazwischen unendlich viel Raum, in dem sich nicht nur die Musik auf mannigfaltige Weise entfalten kann, sondern eben auch noch Platz für den Zuhörer bleibt, der unmittelbar teilnimmt an den abgründigen Dramen, die sich in jedem einzelnen Song abspielen.

Der Mythos Joy Division

This is the way, step inside. Der Mythos Joy Division rankt sich zunächst und ganz besonders um Sänger Ian Curtis und seinen Selbstmord am 18. Mai 1980. Den Tag vor der ersten Amerikatour der Band hatte er allein in seinem kleinen Reihenhäuschen in Macclesfield verbracht, einer beschaulichen Vorstadt 20 Kilometer vor Manchester. Er hatte die Nacht über ferngesehen, Werner Herzogs „Stroszek“, schrieb einen langen, fiebrigen Brief an seine Debbie und hörte Platten an. Das letzte Album lief noch, als er aufstand, in die Küche ging, eine Schlinge über einen quer durchs Zimmer verlaufenden Stützbalken warf und sich erhängte. Als die anderen Bandmitglieder von ihrem Manager Rob Gretton informiert wurden, hielten sie die tragische Nachricht für einen Witz. Curtis hatte zwar bereits einen Selbstmordversuch hinter sich und in seinen Texten seine wachsende innere Verzweiflung mit der Welt geteilt, aber wann immer die Gruppe Curtis angesprochen hatte, kam die stoische Antwort: Mir geht’s gut. Das Gegenteil war der Fall.



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