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Jung, brutal, genial: Eminems THE MARSHALL MATHERS LP feiert 20-jähriges Jubiläum

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Auf Wunsch seines Labels, eine passende (Übersetzung: erfolgreiche) Lead-Single für das Album zu schreiben, antwortete Eminem mit den Songs „The Way I Am“ und „The Real Slim Shady“ – zwei trotzige und triefend ironische Bestandsaufnahmen von Erfolg und das heuchlerische Entsetzen über Eminems Texte, während Waffengewalt selbst nach einem tragischen Ereignis wie Amoklauf von Colombine nicht weiter hinterfragt wird. „Drug Ballad“ ist ein souliger Ausflug in Eminems von Drogen geprägter Alltag, „Bitch Please II“ ein mit Gastbeiträgen von Snoop Dogg, Xzibit und Nate Dogg bestücktes Relikt der „Goldene Ära“ des HipHop. Und dann natürlich „Stan“ – das Schmuckstück des Albums: Die knapp siebenminütige psychologische Analyse eines pathologischen Fans, der Eminems Texte für bare Münze nimmt und sich schlussendlich mit seiner schwangeren Freundin das Leben nimmt, gilt bis heute als das „Bohemian Rhapsody“ des Rap.


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Am Zeitgeist angekommen

„Ich habe das Gefühl – und ich fühle mich schon seit langem so  – ich bin immer hinter dem Erfolg von THE MARSHALL MATHERS LP hergejagt“, sagte Eminem in einem Videointerview aus dem Jahr 2013. Die „MMLP“ verkaufte sich innerhalb der ersten Release-Woche knapp 1,8 Millionen Mal – ein Rekord, der erst im Jahr 2015 mit Adeles Album „25“ gebrochen wurde. Bis heute ist die Platte eine der kommerziell erfolgreichsten HipHop-Werke aller Zeiten. Doch auch von Verkaufszahlen abgesehen hat der Rapper mit THE MARSHALL MATHERS LP etwas geschafft, das ihm so nie wieder gelingen sollte: Er war am Zeitgeist angekommen. Auf der „MMLP“ vereint Eminem die konsumorientierte und ausgeschlachtete Celebrity-Kultur Amerikas mit einer Brutalität und Gewaltfantasie, die nicht das Monster in Eminem offenbart – sondern die der Menschen, die freiwillig seine Musik hören und die Gesellschaft, die ihn zum Star gemacht hat. Noch nie hatte Rap der Außenwelt brutaler den Spiegel vorgehalten.


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Snoop Dogg wettert gegen Eminem: „Er hat seinen Erfolg nicht verdient“
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