Mahlzeit: Jim Mickles Kannibalenremake „We Are What We Are“ als Download und Stream

von
Julia Gardner und Ambyr Childers als Parker-Schwestern...

Eine Frau bricht im strömenden Regen auf den Straßen eines US-Hinterwäldlerstädtchens zusammen, hustet Blut und stirbt. Zurück lässt sie eine fest zueinander stehende Familie: Den strengen Patriarchen Frank (Bill Sage) und seine beiden Töchter Rose (Julia Garner) und Iris (Ambyr Childers), die in ihrem Traditionsbewusstsein und ihrer fast religiösen Strenge ein wenig wirken wie aus der Zeit gefallen. Das hat seinen Grund wahrscheinlich auch darin, dass die Parkers alles andere als eine normale Familie sind.

In gewisser Weise folgt man seit der amerikanischen Gründerzeit über mehrere Generationen hinweg einer zunächst vom Überleben diktierten Spezial-„Diät“, für deren Umsetzung in der Küche (beziehungsweise im Keller) bislang die verstorbene Mutter zuständig war. Nun geht die undankbare Aufgabe an die Töchter über – die sich zunehmend den Nachstellungen der örtlichen Polizei ausgesetzt sehen, während der bedrohliche Dauerregen Spuren vergangener Verbrechen freispült…

„We Are What We Are“, mit viel kritischem Wohlwollen aufgenommener Sundance- und Cannesbeitrag 2013, ist der seltene (wenn nicht einzige) Fall eines Remakes, das dem Original in vielerlei Hinsicht überlegen ist. Klar: Der arthousige und sozialrealistische Ansatz, den das mexikanische Original von 2010 verfolgte, war seinerzeit als eine Art Kannibalismusdrama etwas wirklich Neues. Aber zu einem in visueller und darstellerischer Hinsicht fast schon „künstlerischem“ Horrorfilm hat es erst mit Jim Mickles Hinterwaldremake gereicht. Das würden wir in Sachen Tonalität und Anspruch mal mindestens mit dem gefeierten Vampirdrama „Let The Right One In“ vergleichen, Vegetariern aber nur in Ausnahmefällen empfehlen.

Über einen Monat vor seinem physischen Release kann man „We Are What We Are“ bereits jetzt auf iTunes erwerben.



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