Matt Bellamy gesteht: „Ich habe keinen Bock mehr auf Progrock und Konzeptalben“

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Muse-Impressario Matt Bellamy nimmt dem kommenden Album DRONES schon vor dessen Veröffentlichung die Brisanz aus den Segeln. In einem in der Mai-Ausgabe des Musikexpress erscheinenden Interview erklärt der Sänger, Gitarrist und Pianist, dass er innerlich schon jetzt mit dem bisherigen Konzept seiner Band abgeschlossen habe: „ Ich habe keinen Bock mehr auf Progrock, Konzeptalben und all diesen effekthascherischen Größenwahn“, sagt Bellamy. Im Gegenteil: Lieber würde er mal, ob mit Band oder ohne, eine Songwriter-Platte aufnehmen.

Zur Zusammenfassung: Die britische Rockband Muse gehört seit über zehn Jahren zu den erfolgreichsten ihrer Art. 1999 veröffentlichten sie ihr Debüt SHOWBIZ, Bellamy eilte schon damals sein Ruf als Wunderkind voraus. Mit ORIGIN OF SYMMETRY und ABSOLUTION baute er mit seinen Bandkollegen Chris Wolstenholme und Dominic Howard den Sound aus. Immer komplexer, verkopfter und technisch versierter wurden die Songs und mit ihnen die Bühnenshows. Nachdem 2012 mit THE 2nd LAW bereits ein Album über thermodynamische Gesetze erschienen war, kündigten Muse im Frühjahr dieses Jahr ihr siebtes Album DRONES an – laut Pressemitteilung nicht weniger als ein Konzeptalbum über Bellamys Erkenntnis, dass „die Welt von Dronen kontrolliert wird, die Dronen benutzen, um uns alle in Dronen zu verwandeln“. DRONES erscheint in Deutschland am 5. Juni 2015, im Sommer spielen Muse zudem auf verschiedenen Festivals als Headliner.

Der schlechte Vorverkauf beim „Der Ring – Grüne Hölle Rock“-Festival kommt Bellamy sogar entgegen. Wenn Muse als Headliner am Ende in einer kleinem Club irgendwo im Ruhrpott spielten, müsste auch deren Bühnenshow reduziert werden. „Eine tolle Feuerprobe wäre das, um zu sehen, ob meine, Entschuldigung, unsere Songs auch ohne all das Drumherum funktionieren“. Was nach der bereits gebuchten Tour passiert, lässt Bellamy im Interview offen, denkt aber laut nach: „Erstmal sollen unsere Fans DRONES kaufen, die Produktion war schließlich teuer genug“, so Bellamy.

Spätestens Anfang 2016 aber sollte der PR- und Tourrummel vorbei sein – Zeit für Bellamy, es sich auf der Bettkante seiner Villa in Hollywood gemütlich zu machen. Natürlich ehre es ihn, in der Öffentlichkeit mit Freddie Mercury oder Bono Vox verglichen zu werden: „Ich habe in letzter Zeit aber viele tolle andere Songwriter gehört. Villagers, Sufjan Stevens, solche Sachen. Ich fand sogar Thoms (Yorke, Radiohead-Sänger, Anm.) Soloalbum gut.“ An eben solch einem Songwriting wolle Bellamy sich in Zukunft auch mal wieder ausprobieren, erklärt er, und gibt damit Kritiken wie denen der „typischen Springer-Presse“ Musikexpress indirekt recht. Ein Soloalbum wie einst Freddie Mercury mit MR. BAD GUY? Selbst das schließt Bellamy nicht aus: „Muse waren schon immer unberechenbar, und zumindest daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern.“

Der neue Musikexpress, ab 16. April am Kiosk und im App Store.


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