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#DAHEIMDABEIKONZERTE

Max Raabe im Interview: „Rechtes Denken und Ironie schließen sich aus““

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MTV richtet sich normalerweise an ein Publikum, für das Ihre Musik eher traditionell klingt.

Ja, MTV und ich, das sind eigentlich zwei verschiedene Welten. Man müsste fragen, was sie geritten hat, auf mich zuzukommen. Aber schon die ersten Gespräche waren sehr konstruktiv und spannend. Und dann haben wir überlegt, wen man als musikalische Partner für „Unplugged“ anfragen könnte.

In gemeinsamer Arbeit mit MTV?

Ja, natürlich. Wir haben gleich ganz oben angefangen: Herbert Grönemeyer. Ich hätte mich nicht gewundert, wenn er gesagt hätte: „Du, ich habe genug zu tun“. Aber es hat geklappt.

Die Kooperation mit Samy Deluxe ist unkonventionell – Rap und Orchestermusik, wie passt das zusammen?

Darauf war ich auch sehr gespannt. Ich habe mit ihm telefoniert, und ihn gefragt, ob er sich das vorstellen kann. Er sagte: „Das ist lustig – ich hatte eh vor, dich für mein nächstes Album als Gast anzufragen!“ Es gibt wenig Gemeinsamkeiten zwischen uns, aber eine ist entscheidend: die große Begeisterung für die Rhythmisierung und Formsprache unserer Muttersprache. Also mit der deutschen Sprache zu jonglieren und etwas aus ihr zu bilden. Samy Deluxe war für mich immer ein Rapper, der nicht zu diesen schlechtgelaunten Kettenträgern in dicken Autos gehört, die maulig und muffig ihre einsilbigen Thesen auf die Welt verteilen. Samy ist jemand, der etwas erzählt, der die Gesellschaft reflektiert und einen Blick auf die Gegenwart hat und das in seinen Texten deutlich macht.


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Wie entstand die Zusammenarbeit mit dem finnischen Rocker Lordi?

Ich wollte unbedingt einen ganz stillen und empfindsamen Moment auf der Scheibe haben. Lordi ist das Gegenteil von dem, was man mit still und empfindsam verbindet. Es war ein Rabatz: Das Orchester spielt klasse, es gibt Bodennebel – plötzlich steht da dieses Riesenmonster im Raum, es wird still, ganz still. Und Lordi singt „Just a Gigolo“ – allein für diesen Effekt hat sich das alles gelohnt.



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