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#DAHEIMDABEIKONZERTE

Max Raabe im Interview: „Rechtes Denken und Ironie schließen sich aus““

von

Wo ordnen Sie die Vor-Swing-Ära in der Musikgeschichte ein?

Die Vor-Swing-Ära hat einerseits eine gewisse Eckigkeit, aber auch eine gewisse Geschmeidigkeit. In meinem Freundeskreis hatten wir immer schon Jazz gespielt, darum war das eh immer eine Clique, die auf einem anderen Level tickte. Ich war nie orthodox, mein Bruder hat immer Jazz Total oder Birth Control gehört, Kraftwerk, das fand ich auch gut. Wenn „Gamma Ray” von Birth Control irgendwo läuft, spring ich immer noch wie ein Bekloppter auf die Tanzfläche. Ich bin für alles offen, aber das war mein Ding, das hat mich gepackt.

Haben Sie jemals überlegt, Musik zu machen, die nicht aus der Dekade kommt, die Sie berühmt gemacht hat?

Ja, ich bin eigentlich über Schubert und Schuhmann zu Liedern gekommen. Ich war ganz ergriffen von diesen Geschichten und von diesen Bildern. Und dann habe ich in Berlin Musik studiert, aber die Lehrer meinten, nur Opernsänger zählen. Glücklicherweise ist dann während des Studiums alles anders gekommen.

Haben Sie neben Ihren Cover-Versionen jemals überlegt auf englisch zu singen?

Wir haben ja Stücke wie „Night and Day“ im Programm. Da singe ich nicht so viel, weil ich dem deutschen Publikum keinen englischen Text vorsingen will. Bei englischsprachigen Liedern will ich das Orchester brillieren lassen. Das sind meistens Stücke der mittleren 1930er-Jahre, die Orchester- Arrangements der Amerikaner sind einfach wilder und bilden einen schönen Kontrastpunkt zu dem, was hier in Europa entstanden ist. Stücke wie „Night and Day“ werden in Amerika mittels Bigband geswingt.

Das Gespräch führte Jonathan Anda.

Max Raabe als Special Guest in unserer Reihe #DAHEIMDABEIKONZERTE: 3. Juni, 19 Uhr auf musikexpress.de, RollingStone.de und Metal-Hammer.de


Alle Konzerte auf magenta-musik-360.de und #dabei/MagentaTV sehen



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