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Popgeschichte

22 Jahre nach „Narcotic“: Was wurde eigentlich aus… Liquido?

Mit seinen anderen ehemaligen Bandkollegen hat Schrödl abseits von geschäftlichen E-Mails keinen Kontakt mehr. Tim Eiermann hat sich in Sinsheim ein Studio eingerichtet und produziert dort Werbespots, Filmmusik und andere Bands. Und Wolfgang Meier? „Wolle war damals schon Heil- und Erziehungspfleger, hat ein Studium darauf gesetzt und arbeitet dort, wo wir alle damals unseren Zivildienst leisteten. Musik macht er, glaube ich, nicht mehr“, räumt Schrödl ein. Genaueres wisse er aber nicht.

Für eine Live-Reunion würden Liquido noch nie angefragt

Und eine Reunion? Auf keinen Fall, sagt Schrödl. Die Trennung damals sei richtig und wichtig gewesen, die Entscheidung bereue er nicht. Dass aber all die Jahre noch keine Anfrage für einen Auftritt auf einer dieser zahllosen 90er-Partys reinkam, wundert ihn doch: „Ich glaube, wir wurden deshalb noch nie angefragt, weil man mich erstens nicht so leicht findet und ich auch keinen Kontakt zum damaligen Management mehr habe. Zweitens wissen die Leute, dass wir uns im Unguten trennten. Ich würde es aber eh nicht machen.“

Ob die ausbleibenden Anfragen nicht auch daher rühren könnten, dass Liquido nie in einer Trashliga mit vielen anderen Eurodance-Acts spielten, die heute für die einschlägigen Partys gebucht werden? Schrödl lenkt ein: „Da muss ich selbstkritisch genug sein. Das Lied wird durch seine Eigendynamik seit Jahren als Aprés-Ski- und Ballermannhit wahrgenommen und auf ‚Und jetzt alle!‘ und ‚Hände in die Höh“ reduziert. Ich finde das nicht schlimm und nehme es zur Kenntnis. Gedacht war ‚Narcotic‘ so aber nie: Es geht um gebrochene Herzen. Ein ironischer Trashfaktor kommt durchs Klanggewand, es hat aber eine Melancholie. Das fand ich ein paar Jahre lang ein bisschen schade, dass das ganz untergeht.“

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