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🔥„Dark“: So endet die Serie nach Staffel 3 | Das ist das Schicksal ihrer Figuren

Kritik

„Nobody Knows I’m Here“ auf Netflix: Er kam, sang und verlor sich

Antillos Film punktet vor allem aus zwei Gründen – und das hat erstmal nichts mit der Musikthematik zu tun: Erstens ist der Film eine exzellente Persönlichkeitsstudie, eine Art Psycho-Drama-Thriller. Die Art und Weise, wie der Ursprung des Traumas des Protagonisten eingeführt wird, geben dem ein außerordentliches Maß an Suspense, entfaltet die Geschichte doch nach und nach einige äußerst spannende Facetten. Zweitens lässt der Film auch Raum für die ein oder anderen mysteriösen Seitenaspekte: Mag es das grundlegend schon einmal traumartig wirkende Setting sein, das mitunter nicht immer schlüssige Verhalten von Memo oder der ein oder andere Moment, der einfach unerklärt oder ungeklärt geschieht. „Nobody Knows I’m Here“ lässt Raum für Spekulation, für Weiterdenken und das darf einfach auch mal so sein.

Memo lebt zwar in einem Versteck, gänzlich unentdeckt bleibt er aber nicht: Selbst im Niemandsland begegnet Memo einer Frau, nämlich der jungen Marta (Millaray Lobos), die es schafft, dass sich der traumatisierte Mann öffnet und es vollbringt, sich der Vergangenheit zu stellen. Vor allem aber hilft Marta Memo dabei, seine schöne Gesangsstimme wieder zu entdecken. Ab diesem Moment wird für Memo nichts mehr so sein, wie es vorher war.

Ein weiterer toller Film aus Chile

Jorge Garcia, der schon damals ein absoluter Liebling unter „Lost“-Fans war –  die Band Weezer widmete seinem Charakter Hurley gar ein Album und packte ein Porträt von ihm aufs Cover – mimt Memo als einen schweigsamen, zarten Riesen, der gefühlvoll Bühnenkleider näht und stets mit sich, seinem eigenen Willen und seinem unerfüllten Lebenswunsch ringt. Seine Schauspielleistung ist noch erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass er kaum redet. Er schafft es aber dennoch – oder deswegen? – uns seinen Memo umso näher zu bringen, durch Gesten, durch Mimik.

Das größtenteils spanischsprachige Drama ist zudem auch abgesehen von Jorge Garcia toll besetzt. Ob Alejandro Goic, der Memos Vater Jacinto spielt, Gastón Pauls, der den erwachsenen Angelo spielt oder auch Luic Gnecco als Onkel Don Braulio: Der Cast ist hochkarätig. Mit letztgenanntem Gnecco ist auch ein Darsteller an Bord, der bereits mit Chiles bekanntestem Regisseur arbeitete: Unter der Regie von Pablo Larraín („Jackie“, „No“) spielte er im Film „Neruda“ die Hauptrolle und mimte den legendären chilenischen Schriftsteller Pablo Neruda. Auch Kameramann Sergio Armstrong („El Club“, „No“) arbeitete zuvor mit Larraín, der im Übrigen auch beim vorliegenden „Nobody Knows I’m Here“ als Produzent fungierte und seine Kameraarbeit ist schlicht außerordentlich: Armstrong fängt das ländliche Setting wunderbar ein und versteht es auch die Aufnahmen aus den 80ern toll kontrastierend darzustellen.



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