Ohm, Kingston und selbstgemachte Marmelade – die Alben der Woche

von

Album der Woche Yo La Tengo „Fade“

Yo La Tengo haben schon wieder zugelegt. Man weiß gar nicht, wo Ira Kaplan, Georgia Hubley und James McNew diese Kräfte herholen, und das mit einer beinahe 30-jährigen Bandgeschichte im Rücken, die den meisten ihrer Zeitgenossen längst das Genick gebrochen hätte. Vielleicht liegt es daran, dass Yo La Tengo ihre Energien in einem behutsamen, oft sanften Aufeinanderzugehen neu finden und bündeln können. Der Abrieb, der bei der Arbeit mit den E-Gitarren entsteht, wird im Strudel der Chorgesänge freundlicherweise wieder aufgefangen, nachzuhören auf dem Eröffnungstrack „Ohm“. Alles bleibt im Fluss auf FADE, und damit schließt sich der Neuling des Hoboken-Trios an einige der besten Band-Alben an, I CAN HEAR THE HEART BEATING AS ONE (1997) oder POPULARSONGS (2009) etwa.

Frank Sawatzki

Diverse „12-12-12 – The Concert For Sandy Relief“

 

Dropkick Murphys „Signed And Sealed In Blood“

 

Horace Andy „Broken Beats“

Horace Andy verfügt über eine der wenigen, absolut unverwechselbaren Stimmen der vergangenen Pop-Jahrzehnte. Davon profitierten nicht zuletzt Massive Attack auf einigen ihrer Alben, auf denen der heute 61-Jährige als Gastsänger zu hören war. In letzter Zeit war es zwar etwas stiller um den Sänger aus Kingston, Jamaika geworden, aber seine Stimme hat darunter nicht im geringsten gelitten – wie er auf seinem neuen Album zeigt.

Im Gegensatz zu den meisten vergleichbaren Remix-Projekten hat Horace Andy fĂĽr Broken Beats die Gesangsspuren alle neu eingesungen. Seine Stimme klingt zwar ein wenig tiefer als frĂĽher, hat aber nichts von ihrer Magie verloren. Das Label Echo Beach hat fĂĽr die Neuinterpretation der Horace-Andy-Klassiker einige alte Bekannte aktiviert wie zum Beispiel Rob Smith aka RSD, bekannt als Teil von More Rockers und Smith & Mighty, sowie die Wiener SoundtĂĽftler von Dubblestandart, aber auch viele neue Gesichter wie Fenin und Oliver Frost verpflichtet. Entsprechend abwechslungsreich klingen die 15 Tracks auf Broken Beats.



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