Spezial-Abo
Highlight: Mit „Frozen 2“ und „Avengers: Endgame“: Die erfolgreichsten Filme aller Zeiten

Interview

Oscar Isaac im „Star Wars“-Interview: „Poe Dameron sollte eigentlich nach 20 Minuten sterben“

Selbst für einen bekannten Schauspieler wie Sie sind die Berühmtheit und Popularität, die mit einer „Star Wars“-Rolle einhergehen, noch einmal etwas ganz anderes. Hat sich Ihr Leben durch die Filme sehr verändert?

Man merkte schon, dass einen plötzlich noch viel mehr Fans erkannten und auf der Straße ansprachen. Ein solcher Mega-Blockbuster macht einen plötzlich doch auf ganz andere Weise sichtbar. Allerdings kann ich mich alles in allem nicht beklagen. Ich lebe in New York, da gelingt es mir bis heute ganz gut, in der Anonymität abzutauchen. Nur nach Disneyland sollte ich mich inzwischen vielleicht nicht mehr ohne Verkleidung verirren.

Zur großen „Star Wars“-Maschinerie gehört natürlich auch immer eine riesige Marketing- und Merchandise-Kampagne. Gewöhnt man sich irgendwann daran, an jeder Ecke sein Gesicht zu sehen?

Ich finde diese Actionfiguren manchmal ein bisschen schräg. Beim ersten Film war ich fast empört: Da haben die tagelang irgendwelche Scans von meinem Gesicht gemacht – und dann kommt so etwas merkwürdig Hässliches bei heraus?! (lacht) Ansonsten finde ich vor allem die Sachen kurios, die mit Essen zu tun haben. Dass ich bei anderen Menschen auf Joghurtbechern oder Salattüten im Kühlschrank liege, werde ich nie normal finden.

So etwas wagt man nicht einmal zu träumen, während man an der Schauspielschule studiert, oder?

Damals habe ich nicht wirklich darüber nachgedacht, ob ich eines Tages berühmt sein werde oder wie groß mein Erfolg wohl wird. Was mich interessierte war eher, wie ich ein richtig guter Schauspieler werde, der wirklich etwas von seinem Handwerk versteht. Natürlich träumte ich davon, irgendwann einmal mit Kolleginnen und Kollegen arbeiten zu können, die ich bewundere. Aber weiter gingen meine Erfolgsträume nicht.

Aber nun, da der Erfolg da ist: Haben Sie Ihren Ruhm schon mal ganz eigennützig für sich ausgenutzt?

Na klar! (lacht) Vor ein paar Monaten habe ich mir zum Beispiel die Kontaktdaten von Ben Stiller organisiert, weil ich so ein großer Fan seiner Serie „Escape at Dannemora“ war. Ich habe ihm eine E-Mail geschrieben und er hat auch geantwortet. Wir haben uns dann zum Kaffee getroffen, was er sicherlich nicht mit jedem macht, der ihm einen Fanbrief schickt. Auch bei der Musiker*in Arca habe ich mich mal gemeldet, weil ich ihre Arbeit großartig finde, und habe sie ins Theater eingeladen, als ich 2017 in New York als „Hamlet“ auf der Bühne stand. Auf so direkte Art mit Leuten kommunizieren können, die ich bewundere, genieße ich sehr, auch wenn ich mich noch nicht daran gewöhnt habe, dass das Normalität ist.



„The Mandalorian“: Es wird wohl nur eine neue Folge pro Woche geben
Weiterlesen