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Blackout Tuesday
Highlight: U2s „THE JOSHUA TREE“ ist eine hirnige Lehrstunde in Pädagogen-Folk

Popkolumne, Folge 37

Besoffene Masterstudenten und The Strokes: Die Popwoche im Überblick

Unter’m Strich steht jedenfalls ein kurzweiliges Buch, das lustvoll ein schräges Figureninventar um seinen sympathischen Anti-Helden herumgebaut hat. Manche Szenen verraten in ihrer Pointierung den Sitcom-Hintergrund von Lerch, aber der Witz geht nie auf Kosten der Story. Einfach ein schmerzlich nachvollziehbares Coming-Of-Age-Drama. (300 Seiten, Beltz & Gelberg)

VIDEO DER WOCHE: Shi Offline

Bevor ich jetzt endlich den Acker der Strokes salze, sei unbedingt noch ein Spot auf Shi Offline gerichtet. Die begleitet die Veröffentlichung ihres Debüt-Albums („Golaya“) in dieser Woche mit einem sehr schicken Neo-Trash-Clip zu dem entspannten Stück „Krill“.

MEME DER WOCHE

DER VERHASSTE KLASSIKER: The Strokes – IS THIS IT

The Strokes
„Is This It“
(30.07.2001)

Ich habe schon mal erwähnt, wie hundeelend ich den Sound zu Anfang der Nuller fand: Die elektronische Musik war nervtötend manieriert, der Reihenhaus-Deutschrap um Denyo, Afrob, Massive Töne und ähnliche Gestalten textlich einfach doof. Und Gitarre? Gitarre spielten zu der Zeit nur noch abgehängte Dinos wie Oasis („Standing On The Shoulder Of Giants“) oder karrieremäßig ernsthaft Selbstmordgefährdete.

Bis auf einmal im Six Pack zu Köln der damalige Chefredakteur der Spex von der neuen Gitarrensensation zu berichten wusste. Ihm lief Spucke aus dem Mund, mit einer Zeitung versuchte er notdürftig seine Erektion zu verbergen. Ich arbeitete damals in einem konkurrierenden Verlag, daher erzählte er das alles nicht mir, doch ich beobachtete die Szene von hinter einem Vorhang aus – und hatte mir den Bandnamen notiert. The Strokes. Aha. Das sollte „the next big thing“ werden?

Nun, der Mann behielt recht. Was er verschwieg war allerdings, was für eine eselige Retromucke sich hinter dieser Nummer verbarg. Wie schlecht es Rock in den frühen Nullern ging, lässt sich wirklich daran ausmachen, dass dieser narzisstische Garage-Rip-Off zum Sound der Stunde wurde. Hudeliger Art-School-Nassmüll, die einer ganzen Generation als räudig, echt und gefährlich verkauft wurde.

Ey, das einzige, was man den komischen Pin-Up-Boys der Strokes zu Gute halten muss: Sie waren nicht ganz so lächerlich wie alles, was die nächsten Jahre im Zuge der sogenannten „The“-Band-Welle noch durch den Abfluss der Musikindustrie begleitet werden wollte.



Von Bokelberg nach Haiyti: Volkmanns Popwoche im Überblick – verschwört Euch (aber richtig)!
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