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Record Release Party vom Farin Urlaub Racing Team: “Die Hölle und Berlin – wo ist der Unterschied?”

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Na, wo bleibt er denn? Etwas ratlose Gesichter gab es am 18. Oktober in der C-Halle in Berlin, denn auch wenn der Einlass bereits um 18 Uhr beginnt, tut sich bis kurz vor acht Uhr noch gar nichts in der restlos ausverkauften Location. Nichts, was man nicht mit einem kräftigen “AHOU” und drei bis acht Bier relativeren könnte, zumal Fans von Farin U. ohnehin recht geduldige Zeitgenossen sind, weil sie wissen, was auf sie zukommen wird. Sätze, die so nie auf Ärzte- oder Solokonzerten gefallen sein dürften: “Die Show war jetzt aber zu kurz”, “Also meinem Rücken geht’s gut” oder “Ich könnte jetzt noch locker drei Stunden weiter tanzen”.

19:53 Uhr dann, gut 20 Minuten später als angekündigt, startet die Musik – vom Band, denn zuerst gibt es das neue Album in voller Länge zu hören. Manche wundern sich, der erste Pulk im Zentrum vor der Bühne bounct angeknipst hin und her und als beim zweiten Song des Albums “Dynamit” riesige Luftballons mit den Buchstaben “F”, “U” und “FURT” in die Menge geworfen werden, gibt es für die Zuschauer im Erdgeschoss kein Halten mehr. Von der Tribüne aus betrachtet wirkt das Spektakel wie ein Bällebad, nur eben andersrum. In Zeitlupe fliegen Ballons durch den gesamten Raum bis hoch zu den Fans auf den Rang.

Mit proportionaler Verspätung fällt dann ohne große Ankündigung der Vorhang und die zehnköpfige Band beginnt mit dem Anheizer “Zehn”. Kollektives Ausrasten versteht sich jetzt ganz von selbst und nach “Glücklich” und “Ich gehöre nicht dazu” erfährt man auch, warum Farin Urlaub seine Record-Release-Gäste wohl hat warten lassen. Die S-Bahn ist schuld, denn Background-Sängerin Annette steckt noch irgendwo unterwegs fest. Die Strafe folgt auf dem Fuße, denn als sie einige Minuten später doch noch auf die Bühne tänzelt, kassiert sie prompt noch einen dummen Spruch vom Chef: “Warste Silikon holen?”. Nein, Annette, im eng geschnürten Dirndl sahst du natürlich einfach nur bezaubernd aus.

Gute zweieinhalb Stunden beliefert das Farin Urlaub Racing Team ihr Publikum mit Partysongs, ernsten Liedern über Liebe und Einsamkeit und obligatorischem Charme, selbst wenn mal die Endstufe streikt. Techniker Jochen ist unser Held, Sängerin Simone überbrückt gekonnt mit einer Metal-Version von “Phänomenal egal” und Farin scheint in der Heimat Berlin wirklich ein klein wenig aufgeregter als bei den kleineren FURT-Konzerten wie Frankfurt/Oder. Mit “Da bin ich jetzt mal gespannt” teast er die neue Single “Herz? Verloren” an, das Publikum allerdings zeigt ihm schnell, dass Zweifel an dieser Nummer völlig unbegründet sind. Am Ende gehen Band und Gäste zufrieden auseinander, mit dem Gedanken: ein Wiedersehen gibt es schon im nächsten Jahr in der Wuhlheide. Versprochen.

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