Beirut No No No


4AD/Beggars/Indigo VÖ: 11. September 2015

Balkan-Indiefolk ade, hat sich Zach Condon nach reiflicher Überlegung gedacht. Der Mastermind von Beirut sehnt sich nach einer Neuerung, vielleicht auch weil er in den vergangenen Jahren erfahren musste, wie schnell sich der Himmel zuziehen kann. Condon brach in Australien zusammen und musste seine Tour absagen. Für den von der Perfektion getriebenen Workaholic ein herber Schicksalsschlag.

Gut, dass die anschließende Auszeit nun Wirkung zeigt: Mit NO NO NO hat Condon ein ungewohnt leichtfüßiges, modernes Popalbum produziert. Assoziiert man mit der Musik von Beirut doch eigentlich klobige Polkarhythmen, Unmengen von Instrumenten und einen stets melancholisch betrübten Gesang, wird man nun eines Besseren belehrt. NO NO NO verzichtet auf ausgeklügelte Klangkomplexe und konzentriert sich auf ein instrumentales Minimum. Einzig Condons schwerfälliger Bariton ist geblieben, der sich im Kontext der neuen Glückseligkeit zu einem interessanten Gegenstück formt.

Ob „Gibraltar“, „August Holland“ oder „Perth“: Die neuen Songs könnten mit ihren leichten Rhythmen und munteren Klaviermelodien kaum beschwingter sein. Beirut wurden wachgerüttelt und reichen der Metamorphose selbstbewusst die Hände.

Kooperation

ÄHNLICHE KRITIKEN

Beirut :: Gallipoli

Europareise in Trance – Zach Condon kennt die besten Trompetenmelodien für Folkpopsoundtracks.


ÄHNLICHE ARTIKEL

Mit Beirut, Cherry Glazerr, Girlpool und Moritz Krämer: 14 neue Alben, die diese Woche erschienen sind

Diese Woche sind unter anderem Alben von Tiny Ruins, Moritz Krämer und Station 17 erschienen. Hier sind Hörproben und natürlich unsere Rezensionen dazu.

Beirut kündigen neues Album „GALLIPOLI“ an

Zach Condon „wollte, dass jedes Knarren und Ächzen der Instrumente, jede verstimmte Note, jeder Verstärker-Buzz und jede technische Fehlfunktion in den Rissen der Songs bestehen bleibt”. Ab 1. Februar 2019 kann man das Ergebnis hören.

Zach Condon & Beirut: Musik aus 1001 Nacht

Es klingt nach Folk, es klingt nach Balkan, es klingt nach Sehnsucht. Beirut haben am 9. Juli 2016 in der Berliner Zitadelle Spandau ein schönes Konzert gespielt - wenn auch die Atmosphäre nicht ganz ideal war.


Vinyl im Netz: Die besten Vinyl-Online-Portale im Überblick
Weiterlesen