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Charlotte Day Wilson Alpha


Stone Woman/The Orchard (VÖ: 9.7.)

von

Ihr Name geistert seit einigen Jahren durch die Szene. 2016 war Charlotte Day Wilson Gastsängerin auf dem fantastischen vierten Album der Neo-Jazz-Band BadBadNotGood, unter eigenem Namen folgten dann zwei EPs, das magische Gospel-Soul-Stück „Work“ wurde von Werbern und Serienmachern entdeckt. Doch das Albumdebüt verzögerte sich, was daran lag, dass die Kanadierin erstens keinen LP-Fetisch pflegt, zweitens mit Problemen mit dem Management zu tun hatte.

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Die wichtigen Positionen sind mittlerweile neu besetzt, ein eigenes Label gibt zusätzliche Sicherheit. All dies ist ihr wichtig: So sehr Charlotte Day Wilson mit ihren Songs in ihr Innenleben blickt, so bedeutsam ist es, dass die äußeren Umstände stimmen. Schnell und beiläufig gehört, ist ALPHA eine konventionelle Neo-Soul-Platte mit Folk-Einflüssen. Grundlage vieler Songs ist die akustische Gitarre, Charlotte Day Wilsons Stimme besitzt Tiefe und Wärme, es wirkt, als müsste sich diese Sängerin kein bisschen anstrengen: Soul für die Horizontale.

Von Dingen, die einfach schienen, es aber nicht waren

Widmet man sich der Platte konzentriert, entdeckt man die Besonderheiten. Brillant ist zum Beispiel das Zusammenspiel der analogen und digitalen Elemente. Wenn Charlotte Day Wilson ihre Stimme vervielfacht, liegt darüber ein Filter, den auch Justin Vernon gerne benutzt. Die Wirkung ist erstaunlich, Stücke wie „If I Could“ oder „Mountain“ strahlen einen geheimnisvollen Zug nach vorne aus, als wollte Charlotte Day Wilson ihr riesiges gebrochenes Herzen im Elefantentempo über die Alpen tragen.

Sowieso ist Liebeskummer das zentrale Thema der Platte: Charlotte Day Wilson singt von Dingen, die einfach schienen, es aber nicht waren. Von Augenblicken, in denen sie nur noch flüstern konnte. Und, ganz am Ende und super nah am Mikro, vom „Adam Complex“, also dem Brechen einer Regel, von der man gar nicht wusste, dass es eine ist.


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BadBadVeryGood: Die Kanadier kuratieren die Compilation als meisterhaft schwebende Nachtreise in die dunklen Winkel ihrer musikalischen DNA.


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