Color Film Living Arrangements


Epitaph/indigo (VÖ: 16.6.)

Gut drei Jahre ist es her, dass der New Yorker Sänger Daryl Palumbo – sonst primär als Frontmann der Post-Hardcore-Band Glassjaw und der Power-Popper Head Automatica bekannt – in einem Interview verkündete, er hätte mit seinem 2012 gegründeten Projekt Color Film ein Album namens LIVING ARRANGEMENTS aufgenommen. Nun weiß man zwar nicht, was Palumbo und seinen Duo-Partner Richard Penzone so lange davon abhielt, diese Musik auch zu veröffentlichen – gelohnt hat sich die lange Anlaufzeit jedoch allemal.

Explizit angelegt als Einfluss-Katalysator der beiden, wird man hier zwischen dem hypernervösen, wave-poppigen Synthie-Kreiseln und Geshoute des Openers „We’d Kill Each Other“ und dem postkoitalen Schlafzimmergemurmel der finalen Ballade „Day After Day“ durch ein Album geschleust, das einen in jedem Moment bei der Stange hält. Mit der Funkyness von XTC und biegsamen Bassläufen („Small Town“), mit zappaesker Überdrehtheit („­Ambush Bush“) und herrlich exaltiertem Gesang, mit progressiver Wendigkeit und der Grandezza verhallter Wave-Epen. Kurzum: Ein großes, vielschichtiges, durch und durch hörenswertes Album, das nicht nur Fans von 80s-Klangtexturen zusagen dürfte.


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