Dee Dee Ramone Chelsea Horror Hotel


Milena Verlag

von

Wenn Gitarrist Johnny der Zuchtmeister der Ramones war (siehe ME 08/12) und Sänger Joey das fragile Talent, dann war Bassist Dee Dee derjenige, der zwischen Irrsinn und Genie pendelte. Er schrieb etliche Texte für Ramones-Songs, auch noch, als er die Band schon verlassen hatte, um eine kurzlebige Rap-Karriere anzustreben. Zwischen Genie und Irrsinn pendelt auch „Chelsea Horror Hotel“, Dee Dees einziger Roman, den er 2001 veröffentlichte und der nun zum zehnten Todestag des 2002 an einer Überdosis Heroin gestorbenen Musikers zum ersten Mal auf Deutsch erscheint. Das erste Drittel des Buches liest sich noch wie eine etwas zugespitzte Hommage auf das legendäre Chelsea Hotel in Manhattan, doch dann explodiert die Geschichte in alle Richtungen. Dee Dee spricht in „Chelsea Horror Hotel“ mit seinem Hund Banfield, Transvestiten und Nervensägen kommen blutig ums Leben, und schließlich versuchen die verstorbenen Junkie-Punk-Legenden Johnny Thunders, Jerry Nolan, Sid Vicious und Stiv Bators, Dee Dee in ihre Band zu holen. Es ist alles ziemlich wild. Wer ein fein komponiertes literarisches Werk lesen möchte, sollte hiervon die Finger lassen, doch als kleine Trash-Trouvaille für zwischendurch taugt’s.


ÄHNLICHE KRITIKEN

Stephen May :: Wir kommen schon klar

Der Tod ist ein Meister aus England: Ebenso lakonisch wie facettenreich schildert Stephen May den Kampf zweier Brüder

Elton John :: Love is the Cure

Persönliches Plädoyer für mehr Engagement im Kampf gegen Aids

Maximilian Hecker :: The Rise and Fall of Maximilian Hecker

Die Abenteuer des romantischen Barden, big in Taiwan


Amazon Prime Video: 6 nervige Dinge, die sich dringend ändern müssen
Weiterlesen