Gabriel Garzón-Montano Agüita


Jagjaguwar/Cargo (VÖ: 2.10.)

von

Was erst einmal auffällt: Gabriel Garzón-Montano zieht sich neuerdings gerne aus. Auf die Bühne kommt er zuletzt schon mal halbnackt und auf dem Cover seines zweiten Albums posiert er im Adamskostüm im Dschungel. Musikalisch geht es auf AGÜITA allerdings nicht zurück in eine paradiesische Schlichtheit. Eher im Gegenteil: Der Multiinstrumentalist und Sänger schöpft wie gewohnt aus seinen französisch-kolumbianischen Wurzeln und aus seinem Aufwachsen im New Yorker Melting Pot, und fügt seinem schon bislang extrem eklektischen Stil-Mix sogar noch weitere Facetten hinzu.

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Wieder gibt es P-Funk, Reggaeton, Trap und HipHop, Cumbia und Salsa, Spuren von Chanson, natürlich jede Menge Soul, aber noch nie hat es den Prince-Fan Garzón-Montano dermaßen vehement auf den Dancefloor gezogen: Neben dem Titelstück sind vor allem „Mira My Look“ und „Muñeca“ kräftig stampfende Club-Tracks.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch ein Stück wie „Fields“, das sich aus der experimentellen Musik bedient, die Garzón-Montano vertraut ist durch seine verstorbene Mutter, die im Ensemble von Philip Glass spielte. Deren Tod verarbeitet er in „Moonless“, einer R’n’B-Ballade, die mit einer nahezu trivialen Souligkeit, vertracktem Rhythmus und kauzigen Sounds die ganze Ambivalenz dieses Pop-Entwurfs zwischen unverstellter Emotionalität und verkopften Arrangements zeigt.

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