John Roberts Plum


Brunette Editions/Rough Trade

von

Nach zwei Alben auf Dial, dem Hamburger Label für advanced electronics, hat John Roberts sein eigenes gegründet: Brunette Editions. Dort wird das dritte Album des Produzenten aus Cleveland, Ohio, veröffentlicht. (Deep) House war immer nur eine vage Umschreibung für die Musik, die Roberts auf seinen beiden Alben GLASS EIGHTS (2010) und FENCES (2013) gespielt hat. Da war immer schon mehr: mehr Exzentrik, mehr Experiment.

Auf PLUM bietet Roberts ein Mehr vom Mehr an: mehr polyrhythmische Extravaganzen, mehr abenteuerliche orientalische Melodielinien. Manche Tracks klingen, als würde Wendy Carlos mit ihrem Moog-Fuhrpark versuchen, Ghetto House nachzuempfinden. Das Schönste aber an Roberts Musik ist, dass sie sich einer zeitlichen Zuordnung entzieht, sie ist nicht zeitgeistig, sie ist nicht retro, sondern spielt in einer eigenen Liga.

Aus der Reihe fällt der letzte Track: „Gum“, geschrieben mit Tyler Pope, dem Bassisten von LCD Soundsystem, mit seiner östlich anmutenden Novelty-Melodie. Und seit Beyoncé wahrscheinlich unabdingbares multimediales Feature: ein 30-minütiger Film zum Album wird im August veröffentlicht.


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