Mochipet – Disco Donkey

Die Musikwelt ist ein globales Dorf: Aus Taiwan kommt die Wiedergeburt des discoinfiltrierten Elektro-Funk. Wenn in einem Albumtitel schon das Wort „Disco“ auftaucht, dann läuten bei manchen Menschen sofort die Alarmglocken. Wir denken jetzt nicht an die Veteranen, die schon Ende der 70er-Jahre Disco für den Untergang der abendländischen Rock’n’Roll-Kultur gehalten haben – denen ist eh nicht mehr zu helfen. Wir meinen eher die immer ganz weit vorne seienden Elektronikvollchecker, denen man mit einer slicken 80er-Jahre-Retro-Produktion, ein paar neben der Spur liegenden Breakbeats, seltsamen Basslines, ebenso quietschenden Synthietönen, ein paar hübschen Aphex-Twin-Manierismen und ein bis zwei zwinkernden Augen den Tag verderben kann. Mochipet aka David Wang, ein gebürtiger Taiwanese, hat genau so ein Album gemacht. Die Tracks heißen „Robot Girl“ (featuring Ellen Allien] und klingen manchmal so, wie sie heißen. „Woody Guthrie„, ein stolpernder 80er-Jahre-Tanzflurverhinderer, mündet in ein Akustikgitarrengejamme aus dem Nebenzimmer. „From Bedrooms To Bass Bins“ ist eine Fantasie über das gerade von Mochipet neu erfundene Genre Ambient-Acid. Und den Remix des Scissors-For-Lefty-Songs „Ghetto Ways“ gibt’s hier gut zwei Wochen vor der Veröffentlichung des ersten Albums der Londoner Indie-Band. Ob das hier ein „richtiges“ Album ist oder nur eine Compilation, wird irgendwie nicht so klar. Immerhin ist der discoinfiltrierte Funkfeger „Disco Donkey“ fünfmal vertreten – einmal im 0riginal und in vier Remixen, darunter einer von Phon.o.VÖ: 29.1.>>>www.dalycityrecords.com