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Album Der Woche

Motörhead Clean Your Clock


UDR/Warner

von

NO SLEEP ’TIL HAMMERSMITH aus dem Jahr 1981 bleibt maßgebend in allen Zweifelsfällen über das gute Dutzend Live-Alben von Motörhead. Aber CLEAN YOUR CLOCK (in allen denkbaren Audio- und Videoformaten verfügbar) nimmt eine besondere Stellung im Katalog der Band ein. Als Dokument der letzten Tournee, der „40th Anniversary Tour“, aufgenommen am 20. und 21. November 2015 im Zenith, Münchens schönster Konzertlocation (nur ein Witz!).

Der Band blieben noch acht Konzerte und Lemmy Kilmister 37 Tage zu leben. Umso erstaunlicher, dass er, der in den Wochen vorher und nachher (vgl. das letzte Konzert in Berlin) ein erschreckendes Bild des körperlichen Verfalls abgegeben hatte wegen seiner – damals noch nicht diagnostizierten – Krebs­erkrankung, hier auftritt wie ein junger Gott.

Der Proto-Speedmetal von Motörhead kommt hier so tight wie selten, es gibt ultragiftige Versionen von frühen Klassikern („Overkill“, „Ace Of Spades“, „Metropolis“, „Stay Clean“), späteren Songs („Lost Woman Blues“) und von solchen, die bei Fans unbeliebt sind (das technoid-stampfende „Orgasma­tron“ klang nie besser als hier). Lemmy Kilmister hat sich zeitlebens dagegen verwehrt, die Motörhead-Musik als Heavy Metal zu schubladisieren, hier ist ein weiterer Beweis für die Richtigkeit der These: mehr Punk als Metal, also mehr Rock’n’Roll, lauter, verzerrter, schneller. Versuche von Gitarrist Phil Campbell, dieser Musik ein bisschen Metal-Sound­ästhetik unterzujubeln, gehen im Dröhnen von Kilmisters Bassspiel in den tiefsten Registern unter.


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