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Nazar Guerilla


Hyperdub/Cargo (VÖ: 13.3.)

Es gibt einen Moment in dem Track „Immortal“ auf dem Debütalbum von Nazar, da brechen alle Dämme. Der sich bis dahin zurückhaltende Industrial-Beat zieht an, peitscht nach vorn und das Kopfkino beginnt. Das Thema Bürgerkrieg, das der 26-Jährige Produzent hier verarbeitet, entwirft Bilder von Soldaten, die durch den Dschungel stürmen, gemeint aber ist – und hier kommt die Vielschichtigkeit seiner Geschichten zum Tragen – eine vertonte Hexerei, die in den frühen Jahren des Bürgerkrieges genutzt wurde, um sich vor ihm zu schützen.

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GUERILLA ist ein Soundroman, eine harsch erzählte Geschichte über den in Belgien aufgewachsenen Angolaner, seine Familie und sein Land, das so viele Jahre leiden musste. Schroffe, unruhige Elektro-Sounds mixen sich mit Sprachsamples und Field Recordings aus Angola. So drängen spitze Synths durch traditionelle Gesänge und Geräusche von Waffen machen in Kombination mit den digitalen Sounds Erlebnisse sehr greifbar.

Nazar selbst nennt seine Musik Rough Kuduro, angelehnt an den in den 80ern entstandenen Kuduro-Stil Angolas, der ihm jedoch zu positiv besetzt ist. Nazar fügt der Art und Weise, wie Storytelling über Musik gedacht wird, eine neue Facette hinzu. Dass Hyperdub als Label diesen Geschichten und Experimenten seit Jahren einen Raum und eine Plattform gibt, hat großen Applaus verdient.

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