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Of Montreal Innocence Reaches


Polyvinyl/Ada Global

Lassen wir kurz die Fakten auf uns einwirken: Kevin Barnes ist 42 Jahre alt, hat mehr als ein Dutzend Platten mit seiner Band Of Montreal bei annähernd zwei Dutzend Line-up-Wechseln veröffentlicht. Wer mochte, hörte in den Pop-Melangen des Ensembles ebenso viele Stilelemente, von Psych-Rock über Disco und Prince-Funk, von Beatles und Beach Boys bis zu Folk- und Glamrock, von Soundcollagen über Lärm bis zu Verschachteltem und Schmissigem.

In der Ära des Pop-Zitats und Zitat-Pops war das eine Art Liebeserklärung an die Beliebigkeit, zusammengehalten von der Exzentrik des Frontmannes, der sich schon nackt auf einem Pferd ablichten ließ, wie dereinst Marc Bolan in der Federboa durchs Bild flanierte und grundsätzlich und ganz postmodern mit Identitäten spielte. So geht das auch 2016 weiter: „How do you identify?“ fragt Barnes gleich im Opener „Let’s Relate“, und doch haben sich auf INNOCENCE REACHES einige Neuerungen eingeschlichen.

Der Zwölf-Stück-Parcours wird zur Abwechslung einmal von den Aktualitäten des Indie-Rock, von EDM und Elektronik bestimmt. Und siehe da: Auch in den neuen Outfits bewegt sich Barnes mit der ihm eigenen Eleganz, mit dem Tänzeln eines zu groß geratenen Gockels, der sich in der Pose entdeckt („I don’t wanna be mine anymore, I wanna be yours“). Und hey, diese R’n’B-Klicker-Beats hat er doch richtig gut geklaut.

Kooperation

Es hat zahlreiche Breaks, Tempo- und Stimmungswechsel auf diesem Album, und wie er die disparaten Elemente unter einen Hut kriegt, das weiß wahrscheinlich nicht mal Kevin Barnes selbst. Gelobt sei die Unberechenbarkeit, mit der Of Montreal über all die Jahre liebäugeln.


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