Neue Podcast-Folge: „Die Streifenpolizei“ über die Favoriten der Oscar-Verleihung

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Poliça United Crushers


Memphis Industries/Indigo

„Whatchya wanna be when you’re big enough to see it’s all shit?“ Diese nihilistischen Zeile, mit der UNITED CRUSHERS beginnt, richtet Sängerin und Songwriterin Channy Leaneagh auch an ihren kleinen Sohn. Das Plattencover kommt nicht von ungefähr. Entstanden sind die neuen Songs während ihrer Schwangerschaft.

Am musikalischen Grundaufbau hat sich bei der Band aus Minneapolis erst mal nicht viel getan: Wieder geraten die aufgeschichteten Arrangements aus Dunkel-Synthie-Pop, donnerndem Schlagzeug und groovy tänzelnden Bassfiguren zu einem schwermütigen Geistertanz. Auch diese unvergleichlichen Klagelieder von Leaneagh sind wieder da – ihre mit Hall und Auto-Tune verwischte Stimme, die spukhafte Schlieren durch die Songs zieht.

Es mag am neuen Leben gelegen haben, das sich da ankündigte, dass die neuen Lieder ein Stück näher an der Realität gebaut scheinen. Sie bedrängen einen nicht mehr mit schmerzhaften Gewaltfantasien wie auf dem Vorgänger SHULAMITH, düster sind sie aber immer noch. Es geht um das Hadern mit einer Welt voller Ungerechtigkeit: um Drogenkriege und den Niedergang der Großstädte, Geld und falsche Versprechungen.

Kooperation

Das Tolle an dieser Musik: Nichts muss hier neu erfunden werden, weil der alte Poliça-Zaubertrick noch immer so gut funktioniert: Irgendwo in diesen sorgenvoll schleichenden Liedern, die so wunderbar im Ungewissen schweben, liegt immer auch etwas Helles. Wie ein schwaches Licht in der Dunkelheit. Man hört diese Lieder, die einen quälen sollten mit ihren finsteren Gedanken, wahnsinnig gern.


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