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Six Organs Of Admittance Companion Rises


Drag City/H’Art

Da den Überblick zu behalten, ist gar nicht so einfach. Ungefähr 30 Alben und noch ein bisschen Kleinkram umfasst die Diskografie von Six Organs Of Admittance, und doch findet sich kein Eintrag über die Band auf der deutschen Seite von Wikipedia. Da fliegt anscheinend jemand sehr tief unter dem Radar. Was vielleicht auch daran liegt, dass SOOA Meister der Verwandlung sind und sich die Platten musikalisch teilweise so deutlich unterscheiden, dass man vergeblich nach Wiedererkennungsmerkmalen sucht.

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Dabei kann es gar nicht zu bandinternen Richtungsstreitigkeiten kommen, denn Six Organs bestehen im Kern nur aus Ben Chasny. Bei Bedarf holt sich der amerikanische Multiinstrumentalist Gastmusiker ins Studio, gerne aus den Reihen der seit Jahren untergetauchten Psychedelic-Rocker Comets On Fire, bei denen er Gitarre spielt(e). Wenn Chasny zu SOOA wird, dann verwandeln sich die harten Riffs in filigranes Fingerpicking aber auch Distortions. Das hört sich auf COMPANION RISES dann an, als würden die Butthole Surfers auf Bon Iver sowie Iron & Wine prallen, umspült wird das Ganze von programmierten Sounds und Rhythmen.

Neun wunderbare, teilweise sehr kontraststarke Songs sind so entstanden, in denen Drones, Sci-Fi-Folk und Psychedelia verschmelzen. Kein Track treibt das so auf die Spitze wie „The 101“. Musik wie ein Asteroidenhagel, dem Six Organs Of Admittance dann einfach mal „Black Tea“ entgegen schleudert. So etwas Schönes hat man seit THE SHEPHERD’S Dog von Iron & Wine nicht mehr gehört.


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